Berlin : Pasta zu Puccini

Das Ballhaus Mitte lädt zum Operndinner

Johannes Boie

„Herzlich Willkommen, mein Herr, wir wünschen euch einen großartigen Abend.“ In Berlin gibt es wahrscheinlich keinen Ort, an dem diese höfliche Anrede aus dem Mund einer großzügig dekolletierten Dame im Rokoko-Kleid passender wäre als im Ballhaus Mitte. In dem romantischen Spiegelsaal in der Auguststraße bietet die Konzeptionskünstlerin Julia Regehr regelmäßig eine Mischung aus Oper und üppigem Essen. Die nächste „Pasta Opera“ findet diesen Donnerstag statt: Dann wird wieder zwischen den tafelnden Gästen eine aufs Miniformat geschrumpfte Oper aufgeführt. Mitten im Saal wird gelitten, geliebt, verlassen und intrigiert.

Die Handlung ist mit einer guten Portion Ironie aufs Wesentliche beschränkt. Ein junger Adliger schickt seinen Freund, um eine Frau zu erobern. Der würde es sich aber lieber selber gut gehen lassen im Kreis der schönen Damen. Als Gast wird man immer wieder in die Handlung mit einbezogen: Rätsel lösen, improvisierte Chöre dirigieren oder gar mithilfe eines leeren Weinglases einen ermordeten Sänger wiederbeleben – es gibt einiges zu tun für die Ballhaus-Gäste. So viel Interaktion lässt die Stimmung schnell überkochen, denn die sechs professionell ausgebildeten Nachwuchssänger brillieren nicht nur stimmlich auf Konzertniveau, sondern haben echte Entertainer-Qualitäten. Musik von Puccini, Verdi, Beethoven und Mozart steht auf dem Programm. Auch Musikfreunde mit wenig Opernbildung erkennen die populären Outtakes wieder. Zwischen den Einlagen lassen sich die Gäste die vier Gänge des Menüs schmecken. „Wir servieren italienische Pasta, passend zur Show“, sagt David Regehr, Bruder der Autorin und Betreiber der Lokation. Immerhin 72 Euro kostet der romantische Abend im Spiegelsaal. Ebenfalls im Programm enthalten: erwachsene Menschen in Abendkleidung, die sich auf Aufforderung mit echten Spaghettis bewerfen. Buon appetito!

Informationen gibt es unter Telefon 0700 77886644 oder www.pastaopera.de.

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