Berlin : Patienten leiden unter Honorarstreit Lange Wartezeit auf ambulante Operationen

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Immer mehr Patienten in Berlin leiden unter dem seit Wochen andauernden Honorarstreit der ambulanten Operateure mit den Krankenkassen. Es komme immer häufiger vor, dass langfristig geplante Eingriffe plötzlich abgesagt würden, sagte die Berliner Patientenbeauftragte Karin Stötzner. Dies sei ein unhaltbarer Zustand. So hätten manche Patienten beispielsweise für den Termin Urlaub genommen, Verwandte mit Kinderbetreuung beauftragt oder für eine Vertretung am Arbeitsplatz gesorgt. „Die Patienten werden so zum Spielball zwischen den streitenden Parteien.“

Wie berichtet, operieren viele ambulante Chirurgen in der Stadt gesetzlich Versicherte nur noch in Notfällen sofort. Auf planbare Eingriffe müssten die Kranken bis zu drei Monate warten. „Bei den niedrigen Honoraren zahlen wir drauf“, sagt Ansgar Pett, Landesvorsitzende des Verbandes ambulantes Operieren. Die Mitglieder seines Verbandes erbringen nach eigenen Angaben 80 Prozent dieser Eingriffe. Im Vergleich zum 1. Quartal 2005 – als Kassenärzte in Berlin 28 000 ambulante Eingriffe vornahmen – werde jetzt rund ein Drittel weniger operiert.

Die Krankenkassen zahlen nicht weniger für diese Leistungen, sagt Gabriele Rähse von der Berliner AOK. „Das ist ein Verteilungsproblem innerhalb der Ärzteschaft.“ Betroffene Patienten sollten sich an ihre Kasse wenden, die ihnen Operateure oder Kliniken nennen könnten, an denen der Eingriff stattfindet. I. B.

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