PATIENTENPORTRÄT : Ingrid Fähnrich, 72

Foto: Doris Spiekermann-Klaas
Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Diagnose:

Oberschenkelhalsbruch

Behandlung: Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenks

Klinik: Vivantes Humboldt-Klinikum

Vorgeschichte: Ingrid Fähnrich hat sich hochgearbeitet, von der Schuhverkäuferin zur Filialleiterin. Zusammen mit ihrem Mann erfüllte sie sich 1981 einen Traum: Ein Haus am Tegeler See. „Das war harte Arbeit“, erinnert sich die 72-Jährige. Und es gibt immer noch viel zu tun, zwei große Hunde wollen gefüttert und der Garten gepflegt werden.

Sie stand vor dem Haus, warf gerade den Müll in die Tonne. Da klingelt das Telefon, sie hastet die Treppen hinauf, schon angekommen im Hausflur „hat es plumps gemacht“ – sie stürzte zu Boden. Im Schock spürte sie keinen Schmerz, doch aufstehen ging nicht mehr. „Ingrid, jetzt reiß dich zusammen“, befahl sie sich selbst. „Dann robbte ich auf dem Hintern zum Telefon“, das noch immer klingelte. Es war ihre Tochter, die sie anrief, und auch gleich den Rettungswagen verständigte. Im Krankenhaus ließen die Röntgenbilder keinen Zweifel zu: Oberschenkelhalsbruch. Doch zwischen Befund und Operation verging Zeit; denn es war Winter, die Straßen glatt und die OP-Säle voll. Drei Tage lang musste sie im Vivantes Humboldt-Klinikum auf die Operation warten. „Solange habe ich Schnaps getrunken“, scherzt sie – und meint eigentlich starke Schmerzmittel.

Operation: Montagmorgen. Auf einem schmalen Operationstisch liegend, bekam Ingrid Fähnrich ihre Narkose. Da die Knochen schon porös sind, entfernte Steffen Ziehe, Chirurg an der Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädie im Vivantes Humboldt-Klinikum, den gebrochenen Hüftkopf und ersetzte ihn durch einen künstlichen. Auch die Gelenkpfanne, in der die Knorpelschicht schon abgenutzt war, tauscht er durch eine neue aus. Während bei einer geplanten Operationen an der Hüfte meist nur kleine Schnitte nötig sind, hinterließ dieser Notfalleingriff eine lange Narbe auf dem Oberschenkel von Frau Fähnrich.

Das Leben danach: Schon elf Tage nach dem Eingriff begann sie, in einer Reha-Klinik ihr Bein zu trainieren. Das war nicht leicht, „doch wenn man nicht an sich selber arbeitet, wird es nichts“. Nach acht Wochen läuft sie ohne Krücken, obwohl der Arzt zwölf Wochen verordnete. Noch schmerzt die Narbe leicht und sie spürt ihre neue Hüfte. „Doch das stört mich nicht“, sagt sie zufrieden. fp

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben