Berlin : PDS: Charismatiker mit Glamourfaktor (Kommentar)

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Kein Dementi ist auch ein Signal - so dürfen wohl Gregor Gysis Worte bezüglich einer Spitzenkandidatur für die Berliner Wahlen 2004 verstanden werden. Bei einem Duell gegen den gänzlich überraschungsfreien Eberhard Diepgen könnte sich der Charismatiker mit dem Glamour-Faktor durchaus einiges ausrechnen. Für das Zusammenwachsen der Stadthälften wäre Gysis Kandidatur eine Chance. PDS und CDU haben dabei als jeweils stärkste Partei im Ost- und Westteil eine gemeinsame Verantwortung. CDU-Fraktionschef Klaus Landowsky sieht für eine sozialistische Partei mit aufgearbeiteter DDR-Vergangenheit einen festen Platz im demokratischen Parteigefüge. Berlin bleibt eine zerrissene Stadt, solange die PDS ausgegrenzt wird, darauf weist Gysi hin, das weiß auch Landowsky. Erst wenn die PDS zu einem Koalitionspartner für jede Partei - auch die CDU - geworden ist, ist die Stadt in der Nachwendezeit angekommen. Ein Spitzenkandidat Gysi wäre zugleich ein Signal für das Ende der Provinzialität in der Berliner Politik. Die Stadt wäre dann auf Augenhöhe mit der neuen Rolle, die sie seit dem Regierungsumzug zu spielen hat. Berlin kann dabei nur gewinnen. Einen bundesweit renommierten SPD-Kandidaten beispielsweise.

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