Berlin : PDS: Streit mit Westgenossen eskaliert

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Der seit einem Jahr schwelende Streit zwischen abtrünnigen Mitgliedern der Linkspartei/PDS in CharlottenburgWilmersdorf und der Parteiführung ist eskaliert. Am vergangenen Wochenende verließen knapp zwei Drittel der bezirklichen PDS-Mitglieder die Partei im Streit, wie der frühere Bezirksvorsitzende Andreas Lüdecke erklärte. Lüdecke war bereits im Juni von der Parteiführung ausgeschlossen worden. Nach seiner Darstellung ist die PDS nun in dem Bezirk, der einstmals der größte Berliner Westverband der Partei war, „faktisch aufgelöst“.

Anlass der Auseinandersetzung sind Streitigkeiten um Ungereimtheiten in der Kassenführung im Bezirk sowie politische Differenzen. Die Partei hatte im Juni den kompletten Bezirksvorstand ausgeschlossen. Dagegen gingen die Betroffenen in Berufung. Am vergangenen Sonntag nun verhandelte die PDS-Bundesschiedskommission über den Fall – beendet die Sitzung aber ohne Ergebnis und vertagte eine Entscheidung auf ein späteres Treffen. Daraufhin entschlossen sich laut Lüdecke weitere 46 PDS-Mitglieder aus Charlottenburg-Wilmersdorf, ihre Parteibücher zurückzugeben.

PDS-Landesgeschäftsführer Carsten Schatz wies die Behauptung, dass damit die Partei im Bezirk aufgelöst sei, als „Unfug“ zurück. „Es gibt uns, und wir machen auch in Charlottenburg-Wilmersdorf engagierten Wahlkampf“ sagte er. Schatz wies darauf hin, dass die Parteiführung und der Bezirk von unterschiedlichen Mitgliederzahlen ausgingen, so dass die Bedeutung der Austritte sehr unterschiedlich bewertet werde. Zu weiteren Details wollte er sich aber wegen des noch laufenden Verfahrens nicht äußern. Das liege nicht in der Hand des Landesverbands, sondern der Bundesschiedskommission. lvt

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