Berlin : PDS verteidigt Familie Aydin gegen Körting

Parteitag wirbt mit Appell an Innensenator um Milde

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Die Linkspartei/PDS hat an Innensenator Ehrhart Körting (SPD) appelliert, die türkisch-kurdische Familie Aydin nicht wie geplant abzuschieben. „Wir finden Körtings Position falsch“, sagte Wirtschaftssenator Harald Wolf, Spitzenkandidat der PDS und Senatskollege von Körting. Seine Partei werde „im Parlament und außerhalb“ weiter dafür kämpfen, dass die Familie in Berlin bleiben dürfe. Die Aydins stünden stellvertretend für viele Flüchtlinge, die darunter litten, dass es keine bundesweite Bleiberechtsregelung gebe. PDS-Parteichef Klaus Lederer sieht die Familie als „modellhaft für eine erfolgreiche Integration“. Mit großer Mehrheit beschlossen die Parteitagsdelegierten am Sonnabend zwei Anträge, mit denen Körting aufgefordert wurde, die Aydins nicht auszuweisen und vorerst ganz darauf zu verzichten, Kurden in die Türkei abzuschieben. Körting sowie der Petitionsausschuss und eine SPD-CDU-Mehrheit des Abgeordnetenhauses hatten beschlossen, die Eltern und vier ihrer Kinder abzuschieben, da sie durch Angabe eines falschen Namens die Behörden getäuscht und Sozialleistungen zu Unrecht in Anspruch genommen hätten. Lediglich drei weitere Kinder, die noch in der Ausbildung sind, dürften vorerst in Berlin bleiben. Da die Familie als sehr engagiert und gut integriert gilt, hat sich gegen die Entscheidung eine bundesweit beachtete Protestbewegung formiert. lvt

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