Berlin : Per Diesellok nach Wolfsburg Nur die Berlin-Pendler

wurden wohl vergessen.

Berlin - Pendler zwischen Berlin und Wolfsburg kommen bei ihren täglichen Fahrten von Montag an wieder schneller ans Ziel. Die Bahn setzt morgens und abends je einen Direktzug ein, der auf dem sogenannten Stammgleis neben den weiter gesperrten Gleisen der Schnellfahrstrecke Berlin–Hannover fahren wird. Da die Stammstrecke nicht durchgehend elektrifiziert ist, können hier nur Züge mit einer Diesellokomotive fahren. Die ICE fahren weiter den Umweg über Wittenberge. Der Direktzug verlässt den Ostbahnhof werktags um 6.11 Uhr und kommt um 8.18 Uhr in Wolfsburg an; zurück geht es ab Wolfsburg um 16.42 Uhr; Ankunft am Ostbahnhof ist um 18.48 Uhr. Am Wochenende gelten andere Zeiten. Das Stammgleis hat ein herkömmliches Schotterbett; bei der Schnellfahrstrecke sind die Gleise fest mit Betonplatten verbunden. Hier sei der Aufwand für das Reparieren der Hochwasserschäden „ungleich höher“, teilte die Bahn mit. Nach derzeitigem Stand soll die ICE-Trasse erst Mitte Dezember wieder regulär befahrbar sein.

So viel Komfort wünschen sich auch die etwa 160 Menschen, die in Wolfsburg wohnen und in Berlin arbeiten. Sie bräuchten Züge in umgekehrter Richtung, um rechtzeitig zur Arbeit zu kommen – die sind aber bislang nicht vorgesehen. Diese „vergessenen Pendler“, wie sie sich selbst nennen, beklagen nun in einem offenen Brief an Bahn-Chef Rüdiger Grube ihre „existenzbedrohende Situation“. Man sei nicht mehr in der Lage, seinem Job in gewohntem Umfang nachzugehen, denn der erste ICE aus Wolfsburg treffe erst um 10.21 Uhr in Berlin ein. Um ihre Stelle nicht zu gefährden, müssten die meisten unter der Woche in der Hauptstadt übernachten, schreiben sie weiter. Das kostet – und sei „auf Dauer für zahlreiche Pendler kaum zu leisten“.

Eine Ankunft gegen 8.30 Uhr wäre für die Arbeit nötig, heißt es im Brief weiter. Grube solle doch bitte „alles Erdenkliche unternehmen, um die Situation substanziell zu verbessern“. kt/brö

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