Berlin : Personalrätin des Landes angeklagt

Ex-Bibliothekschefin soll bestechlich gewesen sein

Die Staatsanwaltschaft hat gegen die Vorsitzende des Berliner Hauptpersonalrates Anklage wegen Bestechlichkeit erhoben. Benita H. soll demnach für einen Auftrag eines Büroartikelherstellers einen 50-Euro-Gutschein für eine Drogerie- und Kosmetikkette entgegengenommen haben. Die 47-Jährige sei 2008 als damalige Angestellte des Bezirksamtes Marzahn-Hellersdorf und Leiterin der Bibliothek für die Beschaffung von Büromaterial zuständig gewesen, erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner. Dabei soll ihr von einem Vertreter eines Büroartikelherstellers aus Nordrhein-Westfalen für die Erteilung eines Auftrags der Gutschein der Parfümeriekette versprochen worden sein. Die Firma soll wenig später von H. einen Auftrag über die Lieferung von 1100 Laminiertaschen im Wert von 1714 Euro bekommen haben.

H. wollte sich auf Nachfrage nicht äußern. Der Vizechef des Hauptpersonalrats, Wolfgang Bräuer, sagte dem Tagesspiegel, man gehe davon aus, dass sich der Verdacht als unbegründet erweisen werde. Nach Tagesspiegel-Informationen soll es bei der Firma vor längerer Zeit eine Durchsuchung in einem anderen Zusammenhang gegeben haben, bei der die Behörden unter anderem eine Liste gefunden haben, auf der Namen von Gutscheinadressaten vermerkt waren. H. selber war dort nur mit einer Dienstadresse verzeichnet. Dem Vernehmen nach ist der 50-Euro-Gutschein im Büro von H. eingegangen, aber möglicherweise nicht von ihr selbst genutzt worden. Rechtlich, hieß es von der Staatsanwaltschaft, sei dies im Hinblick auf den Vorwurf aber kaum relevant. hah

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