• Peter Meyer von den Puhdys ist fast "so alt wie ein Baum" und fühlt sich puhdywohl am Müggelsee

Berlin : Peter Meyer von den Puhdys ist fast "so alt wie ein Baum" und fühlt sich puhdywohl am Müggelsee

Steffi Bey

Eines steht für Peter Meyer fest: "Rahnsdorf ist der schönste Platz der Welt. So was Idyllisches habe ich noch nirgendwo anders entdeckt", sagt der 59-jährige Keyboarder der Puhdys überzeugt. Und wie er das so sagt, mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht, nimmt man das dem Grauhaarigen auch ab. Er hat es aber auch wirklich gut getroffen: Der Große und der Kleine Müggelsee sind in unmittelbarer Nähe, und ein Ausläufer des Flüsschens Bänke fließt direkt an seinem Haus vorbei. "Es hat für mich von Anfang an so einen ruhigen, vom Großstadtlärm abgeschiedenen Eindruck gemacht", erinnert sich Meyer an seine erste Begegnung mit diesem Köpenicker Ortsteil. Das war vor mehr als 20 Jahren, damals besuchte er dort seinen Bandkollegen Harry Jeske. Seit diesem Tag stand für den Puhdys Meyer fest: "Hier möchte ich wohnen".

Was dann folgte, verhalf dem ohnehin bekannten Musiker zu noch mehr Berühmtheit. Eine Sendung im DDR-Fernsehen kürte Meyer zum Rekordhalter beim Wohnungstausch. Immerhin 14 Familien wechselten ihre Bleibe, damit er 1978 mit Kind und Kegel in das Rahnsdorfer Einfamilienhaus ziehen konnte. Seit dem fährt Meyer in konzertfreien Zeiten nur selten weg. Lieber schippert er mit seinem knallroten Zweitaktmotor-Boot über die Köpenicker Seen. Vom Boot aus geht er gerne Schwimmen oder macht am Ufer fest, um sich in die Sonne zu legen. "Mehr brauche ich nicht", sagt er.

Dass er auf seinen Ausflügen alle Nase lang gegrüßt und angehupt wird, stört ihn nicht. Nur seine Frau fragt ihn jedes Mal, woher er die Leute denn alle kenne. Dann schmunzelt Meyer und antwortet: "Die kenne ich doch überhaupt nicht." Ähnliches passiert dem Musiker, der vor rund 40 Jahren als Lehrer ausgebildet wurde, wenn er ab und an zum Einkaufen in das "Forum"-Shoppingcenter am S-Bahnhof Köpenick fährt. Viele sprechen ihn an, doch er erträgt geduldig diese Popularität. Anders als seine vier Puhdys-Kollegen, die sich beispielsweise einmal wöchentlich in einem Köpenicker Lokal treffen, isst er lieber daheim. Das liegt nicht an der Qualität der Kneipen, denn, so sagt Meyer, die Restaurant-Landschaft sei in den vergangenen Jahren vielfältiger und attraktiver geworden. Nervig findet er jedoch die vielen Baustellen in der Stadt und die unendlichen Staus im Bezirk. Doch andererseits gewinnt er diesem Problem auch eine positive Seite ab: "Baustellen sind ein Zeichen dafür, dass etwas passiert." Allerdings würde er sich auch gern einmal beschweren, weil die Straßen im Umland in so schlechtem Zustand sind. Natürlich weiß er, dass das Geld knapp ist, aber trotzdem müsste gerade dort etwas passieren.

Von der Köpenicker Lokalpolitik bekommt der vielbeschäftigte Musiker allerdings nicht sehr viel mit, gibt er zu. Auch dass in der Altstadt beispielsweise gleich zwei Theater ansässig sind, ist ihm neu. Wenn er sich in den letzten Jahren mal ein Kulturerlebnis gönnte, dann war das immer in der City. Natürlich hat er davon gehört, dass die Bezirke demnächst näher zusammenrücken. Das findet er auch ganz in Ordnung. "Ich denke, die Fusion hat einen Sinn, weil dann vieles rentabler wird.

Ein Puhdys-Heimspiel wird es übrigens aller Voraussicht nach im nächsten Jahr geben. "Dann treten wir erstmalig in der Parkbühne Wuhlheide auf", sagt Meyer. Zurzeit wird gerade das Jubiläumskonzert vorbereitet, das am 19. November, dem Tag, an dem vor 30 Jahren die Rockgruppe gegründet wurde, im sächsischen Freiberg stattfindet. Im selben Monat kommt auch die neue CD auf den Markt.

Wie immer werden dann die fünf Bandmitglieder in getrennten Autos zum Konzert fahren - zu viel Nähe kann einem schnell auf den Wecker gehen, meint der Keyboarder.

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