Berlin : Peter Strieder tut wirklich alles für das Klima (Glosse)

Gerd Nowakowski

Umweltsenator Peter Strieder gehört in der Berliner SPD zu den Schnellen, zumindest, was die eigene Karriere angeht und die Witterung für Themen. Der Berliner Landesvorsitzende ist sogar schneller als der Bundeskanzler, wissen wir seit gestern. Gerhard Schröder, so meldeten es die Nachrichtenagenturen, hielt es immerhin eine Stunde auf der Bonner UN-Klimakonferenz, bevor es mit der Flugbereitschaft der Bundesluftwaffe retour nach Berlin ging.

Peter Strieder war zur selben Zeit auf dem Weg nach Potsdam, wo der Waldschadensbericht für Brandenburg und Berlin vorgestellt wurde. Auf der Fahrt hatte der Senator in seinem Dienstfahrzeug wegen eines Staus offenbar mehr Zeit, über den Zustand der Berliner Bäume nachzusinnen, als geplant. Der oberste Umweltschützer kam jedenfalls eine Viertelstunde zu spät zur Pressekonferenz, die für 11 Uhr angesetzt war. Dafür aber war Strieders Bericht um so kürzer: Knappe zehn Minuten gönnte er sich, um die für Berliner Bäume bedauerlichen Ergebnisse vorzutragen. Durch den zunehmenden Autoverkehr würden die Pflanzen zusätzlich belastet, wusste Strieder mitzuteilen.

Dann sprang der Senator auf und machte sich auf den Rückweg in die Berliner Mitte. Er müsse "zurück zur Klimavorsorge in Berlin", hieß es zum Abschied. Auf dem Terminkalender standen die Verhandlungen über die Fortsetzung der Großen Koalition. Der Koalitionssausschuss traf sich um 12 Uhr 30. Strieder war pünktlich zur Stelle. Nur einige Journalisten wunderten sich, wie der Senator das wieder geschafft hatte. Aber Strieder gehört eben zu den Schnellen.

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