Berlin : Petticoats und Pomade

Das rockt: Im Admiralspalast lässt das Musical „Grease“ die 50er wiederaufleben

River Tucker

Spaß, Rock’n’Roll und Partys – die jungen Wilden mit der Tolle sind zurück und tanzen durch den Admiralspalast. Dort geht heute Abend der Vorhang hoch für „Grease“, das Musical, das die 50er Jahre noch einmal aufleben lässt. Auch wenn die Uraufführung am Broadway 1972 schon einige Jährchen zurückliegt, so sind die zentralen Themen des Stücks nach wie vor aktuell – Musik, Liebe und Rebellion gegen die Erwachsenenwelt. „Grease ist eine gewaltige Explosion von Rock’n’Roll“, sagt denn auch Thomas Puskailer, Darsteller der Hauptfigur Danny. „Außerdem ist es eine große Liebesgeschichte“, ergänzt Jennifer Farmer, die die schüchterne Sandy spielt.

Puskailer ist begeistert von seiner Rolle, „ich mag den Zwiespalt zwischen seiner sensiblen und seiner coolen Seite“. Er findet Danny „cool“ und kennt das Bedürfnis nach Rebellion. Das Kind einer tschechischen Einwandererfamilie in Holland lehnte sich selbst gegen seine konservativen Eltern auf, zog als 16-Jähriger aus und ging zum Musical. Der 25-Jährige präsentiert sich, ganz Danny-like, als Angeber. Er erzählt, dass die Coolen der Grease-Crew im Tourbus immer hinten sitzen, und von seiner ersten großen Liebe. „Ich war 15, aber es sind doch immer dieselben Fragen: Was muss ich machen, um eine ins Bett zu kriegen?“ Dagegen mag Jennifer Farmer vor allem die Liebesgeschichte des Stücks und erinnert sich gut daran, wie sie, selbst in der Pubertät, John Travolta und Olivia Newton-John in der Musicalverfilmung bestaunte. „Das war alles sehr aufregend. Es ging um Freiheit, Individualität und eine Menge Spaß.“ Die Amerikanerin erkennt sich gerne in Sandy wieder. „Ich mag ihren Optimismus. Sie glaubt daran, irgendetwas Gutes in ihm gesehen zu haben, auch wenn er sich anfangs danebenbenimmt.“ Für sie ist Sandy eine starke Frauenfigur. „Sie will vor dir angeben, aber sie wandelt sich nicht für Danny, sie macht es für sich“, erklärt Jennifer Farmer ihrem Schauspielkollegen. Die Geschichte ist einfach und lebt vor allem vom Lebensgefühl. Als Neue auf der Schule wird Sandy von dem Anführer der Gang geschnitten. Danny tut zunächst cool, doch nach vielem „ich will dich, ich will dich nicht“ erscheint die brave Sandy am Ende im Rock’n’Roll-Outfit. Im Drive-Inn folgt dann das Happy-End.

„Greaser“ waren in den 50er Jahren weiße Jugendliche der Arbeiterschicht. Sie bildeten Straßengangs, trugen Lederjacken, Jeans, enge T-Shirts und Tattoos. „Grease“, englisch für fetten, gab der ersten Rocker-Generation, wegen der gegelten Haare, ihren Namen.

Mit dem Hit „You’re the one that I want“ wurden John Travolta und Olivia Newton-John 1978 zum Traumpaar der Verfilmung. Fast vierzig Jahre nach der Erstaufführung des Musicals sind die Auftritte hierzulande dem Publikum angepasst. Die Dialoge werden auf Deutsch mit „amerikanischem Slang“ gesprochen, die Lieder auf Englisch gesungen. Der Vergleich mit seinem berühmten Kollegen schreckt Hauptdarsteller Puskailer nicht. Immerhin war er auch schon mal Tony Manero in „Saturday Night Fever“ – wie Travolta.

Grease läuft bis zum 13. Mai im Admiralspalast (Montag spielfrei), Tickets unter www. berlin-ticket.de.

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