Pfingstberg in Potsdam : Springer-Chef bleibt bei Plänen für Park-Sanierung

Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner wundert sich über die Absage der Stadtpolitik und hält weiter an seinen Plänen fest, das Unesco-Welterbe rund um die Villa Schlieffen am Potsdamer Pfingstberg wiederherzustellen.

Henri Kramer/Sabine Schicketanz
Umzäunt. Der Park der Villa Schlieffen und die Villa Henckel (M.o.) von Mathias Döpfner am Pfingstberg.
Umzäunt. Der Park der Villa Schlieffen und die Villa Henckel (M.o.) von Mathias Döpfner am Pfingstberg.Foto: Andreas Klaer

Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner hält trotz politischen Gegenwinds an seinen Plänen fest, das Unesco-Welterbe rund um die Villa Schlieffen am Potsdamer Pfingstberg wiederherzustellen. Am Mittwoch sagte er im PNN-Interview: „Ich stehe grundsätzlich zu meinen Zusagen.“ Vor einer Woche hatte sich eine Mehrheit der Potsdamer Stadtverordneten im Hauptausschuss gegen die Pläne Döpfners positioniert. Hintergrund ist der Wunsch des Unternehmers, einen Teil des Parks für eine private Nutzung zu beanspruchen. Laut Bebauungsplan ist das Areal eine öffentliche Grünfläche; um Döpfners Ansinnen zu entsprechen, müssten die Stadtverordneten den Bebauungsplan ändern. Das verweigert eine Mehrheit – obwohl zuvor eine von Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) eingesetzte Expertengruppe einen Kompromiss-Vorschlag erarbeitet hatte. Danach sollen, so sagt Döpfner, 70 Prozent des sechs Hektar großen Parks tagsüber öffentlich zugänglich sein: „Mir ist jede Öffnung tagsüber recht.“

Die öffentliche Stimmung sei nicht danach

Dass Jakobs sich nun gegen den Kompromiss gestellt habe, dafür hat Döpfner wenig Verständnis. Jakobs habe ihm gesagt, „die öffentliche Stimmung sei nicht danach“, das Vorhaben sei politisch jetzt nicht durchsetzbar, so Döpfner: „Mich verwundert das, denn mein Eindruck ist, dass sich nicht wenige Potsdamer gefreut hätten, wenn aus der unbegehbaren Wildnis wieder ein öffentlich begehbares Gartendenkmal plus Museum geworden wäre, ohne dass dafür Steuergelder eingesetzt werden müssen.“

Döpfner betonte, er handele auf Bitten der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG). Schon vor Jahren habe die Stiftung ihn gebeten, Park und Villa Schlieffen zu restaurieren, da sie dafür kein Geld habe. Haus und Gelände würden im Stiftungseigentum bleiben, Döpfner wäre über einen sogenannten Nießbrauch Nutzer des Areals. Laut Vertrag, den Döpfner und SPSG geschlossen haben, soll die Villa Schlieffen ein öffentliches Kunsthaus werden. Döpfner sagte erneut zu, mindestens 1,8 Millionen Euro in Park und Villa zu investieren. Der Wahlpotsdamer besitzt bereits die angrenzend an den Park gelegene Villa Henckel und hat sie restauriert.

Erhebliche Zweifel äußerte Döpfner am jüngsten Vorschlag von Oberbürgermeister Jakobs, wonach die Stadt das Pfingstberg-Projekt bei einem Ausstieg Döpfners selbst stemmen könne. Vor allem stelle sich die Frage der Finanzierung, so Döpfner: „Ich dachte, die Stadtkasse ist so leer, dass es nicht mal zur notdürftigen Instandsetzung des Straßennetzes reicht.“

11 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben