Berlin : Pfisters ganz privat

Die Stars des Off-Showbiz melden sich mit einer Show zurück Heute ist Premiere von „Home, Sweet Home“ in der Bar jeder Vernunft

Matthias Oloew

Der Name ist Programm, und das im doppelten Sinn. Mit „Home, Sweet Home“ widmen sich die Geschwister Pfister in ihrer neuen Show den Themen-Kosmos Heimat und Zuhause und allem, was dazugehört. Und als Ort für ihre Premiere haben sie sich ihr zweites Wohnzimmer ausgesucht, die Bar jeder Vernunft. Da passt eins zum anderen. Wären da nicht ihre nach wie vor verstörten Fans, die sich verwundert die Augen gerieben haben, als die Pfisters ihr letztes Programm „Have a Ball“ mit der roten Banderole „Abschiedsgala“ versehen hätten. Abschied? Von den Mega-Stars des Berliner Off-Showbiz?

Es war ja alles nicht so gemeint. „Wir hatten das Gefühl, dass wir bei der großen Show und dem großen Auftritt mit Orchester im Tipi auch einen üppigen Anlass brauchen“, erklärt Christoph Marti (Ursli Pfister). Und dieser Anlass wäre eine Abschiedsgala gewesen. Tobias Bonn (Toni Pfister) sagt: „Immerhin waren wir zwei Jahre weg.“

Jetzt sind sie (Marti: „Zu Hause in Charlottenburg, aber die Heimat bleibt die Schweiz“) wieder da, mit Fräulein Schneider und einer kleineren Besatzung – auf der Bühne in der Bar ist eben nicht so viel Platz. Die Geschichte der Show: Nach ihrer Abschiedstour haben sich die Geschwister Pfister von einer Journalistin überreden lassen, eine Homestory zu machen. Doch während die Journalistin die Pfisters warten lässt, fangen die schon einmal an, über sich, ihr Leben im privaten und das öffentlich gemachte Dasein von Promis und Semi-Promis nachzudenken und zu singen. Gut möglich, dass auch das Stammpublikum dabei noch ganz andere, bislang ungekannte Seiten ihrer Bühnenlieblinge kennen lernt.

„Das ist ein dankbares Thema fürs Showbusiness“, sagt Marti, „viele denken ja nur mit Schrecken an alles, was zu Hause abgeht.“ Dankbar ist das Thema aber auch, weil Homestorys mit Stars, Adligen und Sternchen en vogue sind. Ein Phänomen, für das die beiden zwar nur ein Kopfschütteln übrig haben, aber trotzdem ganz entspannt in der intimen Atmosphäre der Bar plaudern werden.

Die Atmosphäre im Spiegelzelt an der Schaperstraße ist etwas, das die Pfisters lieben (die Bar bleibt künstlerisch eben ihr Zuhause), aber das sie auch fürchten. „Man sitzt ja quasi nicht vor den Leuten, sondern mittendrin“, sagt Marti. Und da könnten schon Kleinigkeiten die Künstler aus dem Konzept bringen. „Wir hören jedes Gähnen, jeden Lacher, jedes Gespräch“, sagt Bonn. Christoph Marti erzählt eine Geschichte, die ihrer Bühnenpartnerin Andreja Schneider passiert ist. „Sie steht bei einem Solo mit offenem Mund da und hört, wie eine Zuschauerin einer Nachbarin zuraunt: Amalgam!“

Für Tobias Bonn sind solche Geschichten schön, wenn er sie hinterher erzählt bekommt. „Auf der Bühne kann einen so etwas rausbringen.“ So hatte ihnen der Schauspielerkollege Gerd Wameling nach einer Premiere berichtet, wie er einen Dialog von Helen Schneider und deren Freundin belauscht hat. Als Ursli und Toni auf die Bühne kamen, habe die Freundin gefragt: „Is that a man or a woman?“ Schneider fragte zurück: „Which one?“

Bis 6. Juli in der Bar jeder Vernunft, Schaperstraße 24, Kartentelefon: 883 15 82

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