• Pfleger streiken weiter für West-Lohn In Heimen in Marzahn gibt es keine Vereinbarung über Notdienst

Berlin : Pfleger streiken weiter für West-Lohn In Heimen in Marzahn gibt es keine Vereinbarung über Notdienst

Mit einer schnellen Einigung im Tarifkonflikt ist nicht zu rechnen

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Nur noch das Nötigste erledigen die Schwestern und Pfleger in drei Altenheimen in Marzahn-Hellersdorf. Vor einer Woche haben die gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten des privaten Heimbetreibers Alpenland zum Streik aufgerufen. Üblich ist es in solchen Fällen, eine Notdienstvereinbarung zu unterzeichnen. Darin wird festgehalten, wie viele Mitarbeiter unter welchen Bedingungen trotz Streiks arbeiten, damit angemessen reagiert werden kann, wenn es Notfälle gibt oder gar ein Patient in Lebensgefahr schwebt. Eine solche Vereinbarung gibt es bisher jedoch nicht.

Wie bei Arbeitskämpfen etwa in Krankenhäusern hatte die Gewerkschaft Verdi zum Streikbeginn einen Vorschlag für eine Notdienstvereinbarung gemacht. Die Vertreter von Alpenland haben ihn aber nicht unterschrieben. Die Verdi-Entwürfe für die Notdienstvereinbarung sähen zu wenig Personal vor, im Interesse der Gesundheit der pflegebedürftigen Bewohner unterzeichne man sie deshalb nicht, teilt die Geschäftsführung mit. Die Pflegekräfte streiken dennoch, denn solche Vereinbarungen sind freiwillig. Erst am Wochenende hatte das Arbeitsgericht geurteilt, dass der Ausstand rechtens sei. Allerdings müssten zur Betreuung der in den Heimen lebenden Wachkoma-Patienten immer zwei ausgebildete Pflegekräfte zur Verfügung stehen. Zuvor hatte Alpenland versucht, den Streik gerichtlich untersagen zu lassen.

Dem Vernehmen nach könnte es in der Nacht zu Mittwoch dennoch eine erste Annäherung geben. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollen sich demnach am Dienstagabend noch einmal an den Verhandlungstisch setzen – auch wenn nicht davon ausgegangen wird, dass der Streik zügig zu Ende geht.

Laut Verdi beteiligt sich die Hälfte der sonst üblicherweise eingesetzten Pflegekräfte. Zur Frühschicht würden insgesamt 60 Mitarbeiter vor den drei Heimen demonstrieren. Die Streikenden fordern einen Tarifvertrag, wie er in den Alpenland-Heimen im Westen der Stadt gilt. Die Beschäftigten in Marzahn-Hellersdorf bekommen im Schnitt einen Monatslohn von rund 1900 Euro brutto – und damit bis zu 300 Euro weniger als die Kollegen in Zehlendorf. Hannes Heine

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