Berlin : Pflichtkurs für alle Eltern vor der Einschulung ihrer Kinder?

Jörn Hasselmann

Viel Geld investiert der Staat, damit unsere Kinder etwas lernen. Viel Geld wird – ohne dass dies über Jahre hinweg bemerkt wurde – aus dem Schulfenster geworfen. Weil Schüler und Lehrer, ganze Schulen sich aufgegeben haben, sie mutlos wurden, nicht mehr lehren oder lernen. Weil Kriminelle ihren „Lebens“-Stil ungehindert der ganzen Klasse aufzwingen konnten.

Doch nicht nur die Öffentlichkeit hat nichts bemerkt – auch die Eltern nicht. Väter und Mütter einzubeziehen in die Erziehungs-Arbeit, ist sinnvoll. Das zeigt der Erfolg der Otto-Hauptschule in Lichterfelde. Und das zeigen auch die Erfolge einzelner Hauptschullehrer, die arabische Eltern in die Schule zitieren. Dort hören sie deutliche Worte über die Sünden ihrer Sprösslinge. Das findet Gehör. Mit halbjährlichen Elternabenden ist es nicht mehr getan – diese besuchen nur die Bildungsbürger.

Elternkurse müssen Pflicht werden. Das bedeutet: ohne Teilnahme keine Einschulung. Wer sich weigert, sollte es am Geldbeutel spüren. Jetzt werden Gutmeinende darauf hinweisen, dass es im Libanon zum Beispiel keine Tradition hat, dass sich Eltern um die Schulausbildung ihrer Kinder kümmern. Nur: Wer hier lebt, muss sich auch an die Regeln halten, die hier gelten. Denn der Staat investiert auch viel Geld in die Ausbildung ausländischer Kinder. Es ist schlimm genug, dass das Geld, wie das Beispiel Rütli-Schule zeigt, bislang offensichtlich verpulvert wurde.

Es ist doch typisch: Erst jahrelang nichts tun – und dann: Extremforderungen. Alle Eltern sollen einen Elternkurs machen? Nein.

Alle Schulen, die das für nötig halten, sollen solche Kurse anbieten, die Teilnahme einfordern und dafür von den Behörden auch jede Unterstützung bekommen. Aber an Schulen, an denen lernwillige Schüler, gut gelaunte Eltern und motivierte Lehrer in Harmonie miteinander auskommen, ist so eine Maßnahme doch vollkommen überflüssig. Was für später mal.

Aber jetzt, und zwar sofort, muss man Geld und Energie darauf konzentrieren, Eltern zu helfen, die in schwierigen Verhältnissen leben, die ihren Kindern nicht gewachsen sind, die im Fall von Migranten nicht zurechtkommen mit dem Spagat zwischen eigenen Traditionen und deutschen Vorstellungen.

Dort muss angesetzt werden. Dort ist es wichtig, Erziehungshilfe zu geben, wenn minimale pädagogische Fähigkeiten fehlen, dort ist es wichtig, dass Eltern sich kennen lernen, um sich unterstützen zu können.

Diese Kurse müssen auch deswegen klein und bedarfsgesteuert sein, damit man nah bei den Menschen ist, in deren Leben man sich einmischen will. Wenn aus diesem richtigen Ansatz eine landesweite Pflicht – ein so genannter Elternkurs – gemacht wird, vergeudet man nur Energie und riskiert am Ende, dass Gegner einen Streit anfangen, der das ganze Projekt aufhält. Ariane Bemmer

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