Berlin : Pflüger: Integration statt Assimilation

CDU-Spitzenkandidat ruft Migranten auf, ihre kulturellen Wurzeln zu bewahren

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Der CDU-Spitzenkandidat Friedbert Pflüger warnt davor, nach den versuchten Anschlägen auf zwei Züge Muslime „unter Generalverdacht zu stellen“. Bei der Vorstellung seiner Thesen zur Integration sagte Pflüger, „die überwältigende Mehrheit der Muslime“ lehne den Terrorismus ab. Für ihn verlaufe die Trennlinie nicht zwischen Religionen, sondern zwischen rechtschaffenen Bürgern und solchen, die sich nicht an die Gesetze hielten.

Gemeinsam mit dem nordrhein-westfälischen Integrationsminister Armin Laschet (CDU) warb Pflüger für mehr Bereitschaft zur Integration und vor allem zum Erlernen der deutschen Sprache. Er forderte die türkischen Berliner auf, ihre kulturellen Wurzeln zu behalten. Er sei für Integration, nicht für Assimilation, sagte Pflüger. Zweisprachigkeit könne für Berlin große Bedeutung gewinnen. Als Beispiel für gelungene Integration stellte Pflüger seinen parteilosen Freund, den Rechtsanwalt Nezih Ülkekul, vor; er ist Pflügers Migrantenbeauftragter.

Mit Blick auf den Streit um die Pankower Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde bekräftigte Pflüger seine Haltung. Er nehme die Ängste der Bewohner des Pankower Ortsteils Heinersdorf vor den Plänen der Ahmadiyya-Gemeinde ernst. Sie hätten das demokratische Recht, ihre Bedenken zu artikulieren und dem Imam einen anderen Standort nahezulegen. Wenn aber Baurecht bestehe, „dann wird diese Moschee gebaut“.

Laschet unterstützte Pflügers Argumenation, indem er auf ein Duisburger Moscheebau-Vorhaben hinwies. Die Gemeinde sei dort verwurzelt, wo die Moschee gebaut werden solle. Und sie sei bereit, auf die Interessen der Bürger Rücksicht zu nehmen und zum Beispiel auf den Ruf des Muezzin über Lautsprecher zu verzichten. wvb.

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