Berlin : Pflüger: Senat vernachlässigt Öko-Technik

CDU-Fraktionschef sieht Chancen für Solarenergie

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CDUFraktionschef sieht Chancen für Solarenergie Der CDU-Fraktionschef Friedbert Pflüger schlägt vor, die Solarenergienutzung in Berlin stark zu fördern. Berlin könne „zur Antriebsmaschine für ökologische Innovation“ werden, sagt er. Dem Senat hält er vor, zu wenig für diese Zukunftstechnologie zu tun. Die Stadt Freiburg im Breisgau könne im Vergleich zu Berlin die zweieinhalbfache Fläche an Photovoltaik-Flächen vorweisen. Auch in Hamburg gebe es doppelt so viel Flächen zur Sonnenenergienutzung wie in Berlin. Die Hauptstadt sei bei der Solarenergie „dramatisch zurückgefallen“, kritisierte Pflüger. Die wenigen Großprojekte in der Stadt habe entweder der Bund vorangebracht oder die Deutsche Bahn mit ihrem neuen Bahnhof.

Pflüger nennt drei Beispiele für die Nutzung der Sonnenenergie. Ihm liege das Konzept der Firma Deplana vor, die auf dem Dach des Tempelhofer Flughafens ein „Photovoltaik-Kraftwerk“ mit 50 000 Quadratmetern Nutzfläche einrichten wollten. Deplana hatte der Flughafengesellschaft dem Konzept zufolge angeboten, das Dach zu sanieren, die Kollektorflächen anzubringen und das Kraftwerk für 25 Jahre zu nutzen. Man habe 34 Millionen Euro investieren wollen. Im Gegenzug sollte die Flughafengesellschaft die Sondernutzung des Daches im Grundbuch rechtlich absichern. Dazu habe sie sich „nicht in der Lage“ gesehen, heißt es in dem Konzept.

Das Vorhaben hätte „Symbolwirkung“, sagt Pflüger. Tatsächlich aber zeige sich daran die Schwerfälligkeit des Senats im Umgang mit Zukunftstechnologien. Ein anderes Beispiel sei die Produktion eines Elektrofahrzeugs für die Stadt, das die Firma Elan Technologie entwickelt. Das dreirädrige Fahrzeug funktioniert mit einer Batterie von der Größe eines Aktenkoffers und mit Muskelkraft, es soll 45 Stundenkilometer schnell sein. Der Hersteller braucht laut Pflüger eine Anschubfinanzierung von 800 000 Euro, um erfolgreich zu sein. Ein Projekt wie geschaffen für den Technologiepark Adlershof – doch das Vorhaben falle durch das Förderraster des Senats, sagt Entwickler Thomas Achim Werner. Deshalb suche man nun private Kapitalgeber.

Für Pflüger zeigt sich hier ebenso mangelndes Interesse an einem Zukunftsthema. Eine ökologische Politik könne sich auch daran zeigen, dass die Nutzer umweltfreundlicher Fahrzeuge zum Beispiel mit Elektroantrieb umsonst parken dürften. Der CDU-Fraktionschef will wegen der fehlenden Initiativen des Senats einen Gesprächskreis zu regenerativen Energien in Berlin gründen. wvb.

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