Berlin : Pflüger will Detlef Stronk als Senator

Wirtschaftsförderer aus Potsdam nominiert

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Mit einem erfahrenen Mann als „Schattensenator“ will CDU-Kandidat Friedbert Pflüger sein Wahlkampfteam auf dem Feld der Wirtschaftspolitik profilieren. Der 61-jährige Detlef Stronk, derzeit Geschäftsführer der Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB), soll Wirtschaftssenator werden, wenn Pflüger die Wahl gewinnt. Stronk wollte seine Nominierung am Montag auf Anfrage „weder bestätigen noch dementieren“. Doch dem Vernehmen nach wird Pflüger heute seinen wirtschaftspolitischen Vormann der Öffentlichkeit präsentieren.

Zumindest die älteren Berliner können mit Stronk verschiedene Funktionen in Politik und Wirtschaft in Verbindung bringen: Der CDU-Mann war Chef der Senatskanzlei unter dem Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen (bis 1989), Staatssekretär bei Wirtschaftssenator Elmar Pieroth und Vorstandsmitglied beim Schreibwarenhersteller Herlitz. Für den Privatmann Pieroth arbeitete Stronk auf dessen Weingut in Bingen am Mittelrhein, bis Anfang 2001 ein Chef für die neu strukturierte Brandenburger Wirtschaftsförderung gesucht wurde. Damals entstand die Zukunftsagentur Brandenburg durch die Fusion der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, der Technologie- und Innovationsagentur und der Energiesparagentur.

Für Hartmann Kleiner, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg (UVB) ist Stronk eine gute Wahl, weil er sich „Ansehen in Wirtschaft und Politik erworben hat“. Ferner sei der in Pommern geborene Stronk „ein ausgezeichneter Kenner der Wirtschaft von Berlin und Brandenburg“. Weder in der Senatsverwaltung für Wirtschaft, noch bei der Berliner Wirtschaftsförderung und beim DGB wollte man sich zu Pflügers Wahl äußern. Stronk selbst will sich dem Vernehmen nach in den nächsten Tagen über sein wirtschaftspolitisches Programm äußern.

Vor knapp neun Jahren schrieb der Tagesspiegel über den vielseitigen Juristen, für ihn sei alles möglich bis auf die Rückkehr ins Rathaus: „Die Nachfolge des ermüdeten Wirtschaftsssenators Pieroth hat Detlef Stronk nicht gereizt.“ Das liegt, wie gesagt, neun Jahre zurück. Viele Wirtschaftssenatoren später versucht Stronk nun doch den Sprung in die erste Reihe der Berliner Politik. alf

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