Pharmabranche : CDU kritisiert Wolfs "Boykottaufruf"

Der CDU-Wirtschaftsexperte Dietmann hat Wirtschaftssenator Wolf vorgeworfen, dem ökonomischen Ansehen Berlins zu schaden. Wolf hatte darauf verwiesen, dass es günstigere Alternativen zu Bayer-Produkten gibt.

BerlinDie Äußerungen schadeten nicht nur Berlins Ansehen als Wirtschaftsstandort, sondern gefährdeten auch die Verhandlungen um den Erhalt von rund 1000 Arbeitsplätzen im Berliner Werk des Pharma-Riesen, so Michael Dietmann. Der Konzern will die Belegschaft am Freitag über seine Entscheidungen zum Stellenabbau informieren.

Harald Wolf (Linkspartei/PDS) hatte betont, gegen den geplanten Stellenabbau bei dem von Bayer übernommenen Pharmahersteller Schering müsse "moralischer Druck" aufgebaut werden. Zwar habe er nicht die Absicht, zu einem Boykott von Aspirin aufzurufen, allerdings wüssten die Verbraucher ja, dass es das gleiche Produkt zu günstigeren Preisen gebe, auch in Berlin.

Die Einflussmöglichkeiten der Politik seien begrenzt, betonte Wolf. Der Senat habe dem Konzernvorstand deutlich gemacht, dass er die versprochene faire Lösung erwarte. Der geplante Abbau von 1000 Stellen entspreche nicht den Erwartungen, die Bayer bei der Übernahme geweckt habe. "Es darf keine betriebsbedingten Kündigungen geben, und nach allem, was ich aus meinen Gesprächen weiß, scheint dies auch erreichbar. Bayer steht bei Berlin im Wort", sagte der Senator dem Tagesspiegel. (tso/ddp)

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