Philip Murphy : US-Botschafter wirbt bei Rütli-Schülern für amerikanischen Traum

Bei seinem Besuch auf dem Rütli Campus machte US-Botschafter Philip Murphy den Schülern Mut: Warum sollten sie nicht Bundeskanzler werden, Vorstandsvorsitzender oder Schauspieler?

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Von Adenauer zu Obama. Der US-Botschafter beim Exkurs durch die Weltgeschichte. Foto: Davids/Darmer
Von Adenauer zu Obama. Der US-Botschafter beim Exkurs durch die Weltgeschichte. Foto: Davids/DarmerFoto: DAVIDS

Seine wichtigste Botschaft hebt sich Philip Murphy bis zum Schluss auf. Da haben die Schüler der 9. und 10. Klassen des Rütli Campus in Neukölln, die der US-Botschafter am Dienstagvormittag besucht, schon ihre Fragen abgefeuert. Sie fragten den Gast zu Afghanistan, zum Irak, zu den Attentaten vom elften September, zu seiner Meinung über George Bush und zu den Chancen, eine Greencard zu bekommen. Das Jackett hat der Botschafter, der in Begleitung von Frau Tammy und dem Bundestagsabgeordneten Cem Özdemir (Grüne) gekommen ist, gleich zu Beginn abgelegt, die Ärmel des weißen Hemdes hochgekrempelt. „Ich bin ernst“, sagt er zu vier Jungs, die in der letzten Reihe auf leuchtend roten Stühlen rumalbern und baut sich vor ihnen auf. „Ich bin ganz ernst.“

Dann erzählt er ihnen nochmal den amerikanischen Traum in der Kurzversion, der Junge, der den afrikanischen Vater nur ein Wochenende lang erlebt hat, der bei den Großeltern aufwuchs am Rande der Mittelschicht, irgendwo im Nirgendwo. Von dem niemand je erwartet hätte, dass er jemals Präsident der Vereinigten Staaten werden könnte. „Und jetzt ist er es“, sagt der Botschafter ernst und mit spürbarer Leidenschaft. „Es geht!“ Jetzt lauschen ihm alle ganz gebannt. Dann fährt er fort mit seiner Frage an die Schüler: „Warum gilt das nicht auch für Ihr Leben?“ Sie sollen träumen, ausbrechen, Dinge ausprobieren, rät er ihnen. Warum sollten sie nicht Bundeskanzler werden oder Vorstandsvorsitzender, Fußballstar oder Schauspieler? „Die Mauer ist in Ihrem Kopf“, mahnt er.

Mit „Yes we can“ und Applaus, hatten ihn etwa 50 Schüler begrüßt. Mit einem Vortrag über seine persönlichen Helden hat Murphy begonnen, hat über George Marshall, Lucius Clay, Bürgerrechtlerin Rosa Parks, Martin Luther King, Konrad Adenauer und Willy Brandt geredet. Dass er und seine Frau bei den Anschlägen vom elften September viele Freunde verloren haben, hat er auch erzählt.

Am Ende lässt er sich fotografieren mit den Jungs und den Mädchen, von denen etliche Kopftücher tragen. „Man muss sich kennenlernen“, hat der Botschafter gesagt, hat heftig für Austausch geworben. Die 14-jährige Aylin hat „viel Interessantes gelernt, was ich so nicht wusste“. Und die 17-jährige Sehnaz sagt: „Das war eine große Ehre und ein richtig schönes Gefühl.“

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