Berlin : Piazza mit Künstlerhaussoll Kulturforum beleben

SPD-Fraktionschef Müller fordert Wettbewerb für Platzgestaltung

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Der SPD-Fraktionsvorsitzende Michael Müller hat sich erneut dafür ausgesprochen, das Kulturforum in Tiergarten nach den ursprünglichen Plänen von Hans Scharoun zu vollenden. Auf der Freifläche zwischen Nationalgalerie und Kammermusiksaal sollte danach ein Künstlergästehaus entstehen – mit 300 Zimmern plus 50 Service-Appartments. „Zurzeit ist dort nur ein toter Platz, der nicht zum Verweilen einlädt“, sagte Müller nach einer Ortsbesichtigung.

Müller steht mit seiner Meinung nicht alleine da. Mehrfach hat sich das Abgeordnetenhaus dafür ausgesprochen, Sharouns Ensemble aus Philharmonie, Staatsbibliothek und Kammermusiksaal zu vervollständigen. Nahezu alle Kulturinstitutionen fordern, dass der Vorplatz zu einer Piazza mit Restaurants wird. Gescheitert sind die Pläne bislang an der Senatsbauverwaltung.

Bei der Ortsbesichtigung dabei war auch Edgar Wisniewski, der Nachlassverwalter Scharouns. Er hat seine Pläne für das Kulturforum aufgegriffen und präzisiert. Sie sehen für das „Haus der Mitte“ neben dem Hotel, Musikerräume, Cafés und Galerien vor. Die Immobilienfirma HPE hatte Interesse gezeigt, sich zu engagieren.

„Eine Sache ist klar: Das Ganze ist nur mit privatem Geld umzusetzen“, sagte Müller. Er forderte die Senatsbauverwaltung auf, die Platzgestaltung auszuschreiben. Ein Verkauf des Geländes würde dem Land einen erheblichen Betrag einbringen. Stimmt der Stadtentwicklungsausschuss zu, soll das Thema im Abgeordnetenhaus behandelt werden.

Die Senatsbauverwaltung erwägt nach Angaben ihrer Sprecherin Petra Reetz, einen kleinen Wettbewerb auszurichten, um Parkplätze und „Wegebeziehungen“ zum Potsdamer Platz und Tiergarten zu verändern. Die Vorschläge zum „Haus der Mitte“ wollte Reetz nicht kommentieren, weil Senatsbaudirektor Stimmann derzeit im Urlaub ist. „Es ist aber offensichtlich, dass zwischen Philharmonie und Nationalgalerie etwas fehlt.“tob

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