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Pilotenstreik bei Lufthansa : Lage am Flughafen Tegel beruhigt sich

Nicht nur die Piloten streiken bei der Lufthansa: Weil ein Computer ausgerechnet am frühen Montagmittag den Dienst verweigerte, bildete sich am Flughafen Tegel kurzfristig eine enorme Warteschlange. Jetzt ist sie auf 150 Meter geschrumpft.

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Diese Menschen haben es fast geschafft: Das vordere Ende der 400 Meter langen Warteschlange in Tegel.
Diese Menschen haben es fast geschafft: Das vordere Ende der 400 Meter langen Warteschlange in Tegel.Foto: Claus-Dieter Steyer

Der 35-stündige Streik der Lufthansa-Piloten hat die Passagiere und das Schalterpersonal auf dem Flughafen Berlin-Tegel ab dem frühen Nachmittag zu einer großen Geduldsprobe gezwungen. Um 12.45 Uhr verließ die letzte Maschine Berlin zum Flughafen Frankfurt /Main. Auch andere Flüge nach München wurden ersatzlos gestrichen. Gegen 13.45 Uhr war die Warteschlange vor dem Ticketschalter der Lufthansa auf rund 400 Meter angewachsen. „Wir haben leider ein Computerproblem“, sagte eine Schaltermitarbeiterin und bat damit die Wartenden um Verständnis. Statt mit einem Klick nach einer anderen Verbindung zu suchen und diese dann auch zu buchen, musste alles umständlich per Telefon erfragt werden. Die Lufthansa versorgte die Passagiere frühzeitig mit Getränken.

Am Nachmittag beruhigte sich die Lage

Im Laufe des Nachmittags beruhigte sich etwas die Lage für die Lufthansapassagiere auf dem Flughafen Tegel. Die Schlange vor dem einzigen geöffneten Ticketschalter reduzierte sich auf nur noch 150 Meter. Viele wartende Fluggäste nahmen sich ein Taxi, um am Hauptbahnhof einen Zug nach Frankfurt (Main) zu erreichen. Die Flugtickets konnten kostenlos an einem Automaten in einen Bahnfahrschein umgetauscht werden. Die Lufthansa hatte zuvor fast alle Flüge nach Frankfurt und München gestrichen. Lediglich um 20.45 Uhr sollte noch eine Maschine von Berlin nach Frankfurt abheben.

Auch das Krisenmanagement des Flughafens verbesserte sich im Laufe des Nachmittags. Mehrere Mitarbeiter mit einer gelben Weste und dem Aufdruck „Terminal-Information“ kümmerten sich um die vorwiegend ausländischen Passagiere. Auch die Versorgung mit Wasser und anderen Getränken funktionierte.

"Nun sitzen wir hier erstmal fest"

Betroffenen vom Streik waren hauptsächlich Fernreisende, die vom Luftdrehkreuz Frankfurt vor allem außereuropäische Ziele ansteuern wollten. Vor allem ausländische Passagiere fühlten sich hilflos. Auf einer kleinen Anzeigetafel leuchtete lediglich auf Deutsch der Hinweis auf, dass die Lufthansa-Tickets am Automaten kostenlos in eine Fahrkarte der Deutschen Bahn ausgetauscht werden können.

„Wir haben jetzt einen Flug ab 20.30 Uhr nach Frankfurt bekommen“, sagte Lars Hohbein aus Pankow, der mit seiner Familie und Freunden zehn Tage nach Sizilien fliegen wollte. „Nun sitzen wir hier erstmal fest und wissen gar nicht, wann wir tatsächlich auch morgen früh von Frankfurt weiterfliegen können. Wir stehen auf der Warteliste.“

Viele Passagiere beklagten die unzureichende Organisation der Lufthansa in Tegel. „Ein Schalter für 400 Leute reicht nun beim besten Willen nicht aus“, meinte Anneliese Koch aus Strausberg bei Berlin. „Ich wollte mit den Kindern nach Thailand. Zwei Stunden habe ich in der Reihe gewartet. Nun fahren wir mit der Bahn erstmal nach Frankfurt.“

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