Berlin : Pionierarbeit für den Patienten

Krankenhausvertreter diskutierten über den Tagesspiegel-Klinikführer

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„Man muss den Patienten klarmachen, dass es Unterschiede zwischen den Berliner Krankenhäusern gibt“, sagte Vivantes-Geschäftsführer Holger StrehlauSchwoll. Und genau das habe der Klinikführer des Tagesspiegels und des Vereins Gesundheitsstadt Berlin erreicht: Die Behandlungsergebnisse, wie zum Beispiel Komplikationsraten oder Prothesensitz, in Berliner Krankenhäusern sind nun transparenter. Darin waren sich fast alle Diskussionsteilnehmer einig. Der Tagesspiegel und der Verein „Gesundheitsstadt Berlin“ hatten zur Podiumsdiskussion in die Urania eingeladen, um über den Leistungsvergleich zu sprechen.

Wie wichtig ein solcher Vergleich für Berlin sei, wollte Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt wissen. Er moderierte die Veranstaltung gemeinsam mit Ulf Fink, dem Vorsitzenden von Gesundheitsstadt Berlin. „Wir müssen Vorreiter sein und Standards für ganz Deutschland setzen“, sagte Strehlau-Schwoll.

Noch seien Deutschlands Kliniken im internationalen Vergleich Nachzügler bei der Offenlegung von Therapieergebnissen, sagte Roland Hetzer, Ärztlicher Direktor des Deutschen Herzzentrums Berlin. Und da man noch ganz am Anfang stehe, müsse man vorsichtig sein beim Vergleichen. Das gelte vor allem für Sterblichkeitsraten. Bei ihm im Herzzentrum gebe es viel mehr Hochrisiko-Patienten als in anderen Kliniken.

Noch skeptischer ist Detlev Ganten, Vorstandsvorsitzender der Charité: Die für den Klinikvergleich verwendeten Qualitätsdaten seien nur für interne Zwecke erhoben worden. Außerdem sei der Vergleich nicht ausreichend wissenschaftlich. Deshalb habe sich die Charité – übrigens als einziges der Berliner Krankenhäuser, die diese Daten erheben – nicht am Klinikvergleich beteiligt.

„Patienten können nicht warten, bis Daten perfekt sind“, sagte dagegen Heinz Lohmann vom wissenschaftlichen Beirat des Klinikführers. Die Veröffentlichung habe einen wichtigen Dialog mit Patienten ausgelöst und Pionierarbeit geleistet. Die müsse nun ausgebaut werden, sagte die Berliner Patientenbeauftragte Karin Stötzner aus dem Publikum. „Wir brauchen eine Zusammenstellung aller Leistungen in den Kliniken und eine systematische Patientenbefragung.“ dma

Den Klinikführer gibt es für 3 Euro (zzgl. 2 Euro Versand) unter 26 009 582 oder www.tagesspiegel.de/shop oder in der Geschäftsstelle des Tagesspiegels, Potsdamer Straße 81-83.

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