Berlin : Piratengeschichten unter freiem Himmel

Die Abenteuer von Klaus Störtebeker werden ab Juni wieder in Ralswiek aufgeführt

Ralswiek - Mit einem einfachen, aber heimtückischen Trick täuschten einst die Rügener Piraten die voll beladenen Handelsschiffe. An nebligen und stürmischen Tagen und in stockdunklen Nächten entfachten sie mehrere Feuer am Ufer und versuchten damit, die umherirrenden Schiffe anzulocken. Deren Besatzungen freuten sich über die Lichter, weil sie Siedlungen oder einen Hafen an dieser Stelle der Küste vermuteten. Doch am Strand warteten die Piraten, die die Schiffe ausraubten und die Besatzungen ermordeten.

Mit dieser Geschichte erklären die Einheimischen die Herkunft des Namens „Piratenbucht“ nördlich von Sassnitz. Einer der damaligen Anführer soll Klaus Störtebeker gewesen sein – und bis heute ist der Pirat aus dem Mittelalter präsent: Auf der Naturbühne Ralswiek zu Füßen des gleichnamigen Schlosses leben seine Abenteuer mit Pulverdampf und wagemutigen Kämpfen alljährlich wieder auf.

Die Klaus-Störtebeker-Festspiele waren schon zu DDR-Zeiten ein Begriff, doch erst ihre Neuauflage 1993 mit vielen technischen Raffinessen machte sie zum Publikumserfolg. Bei den abendlichen Stücken in der 8800 Plätze bietenden Arena wirken viele Einwohner aus Ralswiek und aus der Umgebung als Statisten mit. 120 sind es in diesem Jahr, die ein gut zweieinhalbstündiges Abenteuer auf die Bühne bringen. „In unseren Stoffen siegt immer die Gerechtigkeit“, sagt Intendant Peter Hick augenzwinkernd. „Wir sind uns natürlich bewusst, dass wir Störtebeker sympathischer darstellen als er in Wahrheit war.“ Der Stoff für immer neue Geschichten geht den Autoren nicht aus. Schließlich soll der Held in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts rund 20 Jahre die Ostsee und deren Küsten unsicher gemacht haben.

Auch in diesem Jahr gibt es wieder Pferde und Schiffe im Stück. Montags bis samstags reitet und kämpft Klaus Störtebeker jeweils ab 20 Uhr auf der Bühne am Großen Jasmunder Bodden. Premiere ist am 21. Juni – diesmal schreiben wir das Jahr 1393. Ste.

Die Aufführungen finden bis zum 6. September statt. Weitere Informationen unter Tel: 038 38 / 311 00 oder im Internet: www.stoertebeker.de

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