Berlin : Pisa-Studie: Berlin darf doch noch nachtesten

NAME

Die Kultusminister der 16 Bundesländer haben zugestimmt, dass Pisa-Nachtests in Berlin vorgenommen werden. „Wir beginnen jetzt mit den Vorbereitungen für die Tests im Herbst“, sagte Berlins Schulsenator Klaus Böger (SPD) am Donnerstag nach dem Beschluss in Eisenach erleichtert, wo derzeit die Kultusministerkonferenz tagt. „Ich möchte, dass wir solide Kenntnisse über den Wissensstand unserer 15-jährigen Schüler in Berlin bekommen.“ Damit werde die Grundlage für Verbesserungen und ein Maßstab für ihre Wirksamkeit geschaffen.

Böger hatte bei der Plenartagung Bedenken seiner Amtskollegen entkräften können, die Nachtests verzerrten das Gesamtbild der Resultate. Nun gibt es allerdings noch leichte Unwägbarkeiten, weil im internationalen Zusammenhang die 31 anderen Teilnehmerstaaten noch bis Ende des Monats ein Veto einlegen können.

Die Nachtests in Berlin und Hamburg waren, wie bereits berichtet, nötig geworden, weil in beiden Stadtstaaten weniger als 80 Prozent der ausgewählten Schüler an den Tests teilgenommen hatten. Die Kultusminister beraten bei ihrer turnusmäßigen Plenartagung am gestrigen Donnerstag und heutigen Freitag weiter über Konsequenzen aus den schlechten Testergebnissen der deutschen Schüler im internationalen Vergleich bei Pisa. Dabei hatte sich gezeigt, dass jeder vierte Schüler in Deutschland Schwierigkeiten hat, einen Text zu lesen und zu verstehen. Das deutsche Schulsystem bringt damit mehr leistungsschwache Schüler hervor als fast alle anderen Industrienationen und gleichzeitig weniger Schüler in die Spitzengruppe. Besonders ausländische Schüler werden schlecht integriert. In Berlin werden bei den geplanten Nachtests alle Schüler teilnehmen. Das Landesschulgesetz gibt dafür die Möglichkeit. Bärbel Schubert

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar