Pisa-Test : Zöllner: "Berlin ist auf dem richtigen Weg"

Beim aktuellen Pisa-Test landet Berlin wieder nur im unteren Drittel. Die Opposition kritisiert daraufhin die Bildungspolitik des Senats. Berlins Bildungssenator Jürgen Zöllner sieht dennoch Grund zur Zuversicht.

Tatjana Schäfer[ddp]
Zöllner
Reformen ohne Ende. Berlins Bildungssenator Jürgen Zöllner will bis Jahresende die Weichen stellen. -Foto: Wolff

Berlin Berlin hat in der jüngsten Pisa-Studie trotz kleiner Fortschritte wieder nur mäßig abgeschnitten. Im Vergleich der Bundesländer erreichte die Hauptstadt in den drei getesteten Bereichen Naturwissenschaften, Mathematik und Lesekompetenz Plätze im unteren Drittel. Bei der mathematischen und der Lesekompetenz konnte Berlin gegenüber 2003 um einen beziehungsweise zwei Plätze aufholen. Bei der naturwissenschaftlichen Kompetenz verlor die Stadt einen Rang.

Die Oppositionsparteien haben die Berliner Bildungspolitik erneut scharf kritisiert. Der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Sascha Steuer, wies am Dienstag darauf hin, dass in keinem anderen Bundesland Schüler mit Migrationshintergrund so schlecht gebildet seien wie in Berlin. Das sei die Hauptursache für das schlechte Ergebnis und auf das Versagen der rot-roten Bildungspolitik zurückzuführen. Der Senat solle sich zudem die Leistungsorientierung der Pisa-Gewinner zum Vorbild nehmen, anstatt die Leistungsdifferenzierung in Gemeinschaftsschulen abschaffen zu wollen, sagte Steuer.

FDP-Landeschef Markus Löning warf dem Senat eine unsoziale Politik vor und forderte, die Bildungschancen von Kindern aus sozial schwachen Familien zu verbessern. "Berliner Schüler sind nicht dümmer, aber die Bildungspolitik des Senats ist es", fügte er hinzu. Die bildungspolitische Sprecherin der FDP, Mieke Senftleben, wies darauf hin, dass andere Bundesländer weniger Geld pro Schüler aufwendeten und dennoch bessere Ergebnisse erzielten als Berlin. "Sozialdemokraten können Gelder nicht effizient einsetzen", schlussfolgerte Senftleben.

Zöllner sieht Fortschritte

Dagegen sieht Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) in den aktuellen Pisa-Ergebnissen Grund zur Zuversicht. Die Leistungen der Berliner Schüler hätten sich im internationalen Leistungsvergleich gegenüber 2003 insgesamt leicht verbessert. Es gebe zwar "keinen Grund zum Jubeln", betonte Zöllner. Aber Berlin befinde sich "auf dem richtigen Weg".

Als Hauptprobleme der Stadt im Bildungsbereich nannte der Senator unter anderem den mit rund 32 Prozent hohen Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund. Außerdem sei die Zahl der Kinder und Jugendlichen aus bildungsfernen Familien sehr hoch. Gemessen an dieser Problematik könnten Lehrer und Schüler selbstbewusst auf das Geleistete zurückschauen, sagte Zöllner. Weiteren Verbesserungsbedarf sieht er vor allem bei der Lehrerfortbildung und der Qualifikation der Schulleitungen. Auch eine integrierte Haupt- und Realschule könne laut Zöllner zur Problemlösung beitragen.

Die Berliner Landesvorsitzende der Grünen, Irma Franke-Dressler, bezeichnete Überlegungen zur Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen als richtigen Schritt zu einer Reform der Schulstruktur. Jedoch dürfe diese nicht als Sparmodell begriffen werden. Die gute personelle Ausstattung der Hauptschulen muss nach Darstellung der Grünen-Politikerin weiterhin zur Verfügung stehen, da nur der Schultyp abgeschafft würde und nicht die zu fördernden Schüler.

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