Berlin : Pitbullmischling verletzte dreijährigen Jungen lebensgefährlich

Werner Schmidt

Auf Anordnung des Pankower Amtstierarztes und mit Einverständnis der Halterin wurde das Tier eingeschläfertWerner Schmidt

Durch den Angriff eines Pitbullmischlings erlitt gestern Vormittag ein drei Jahre alter Junge lebensgefährliche Bissverletzungen im Gesicht und am Hals. Dem Kleinkind wurde unter anderem der Kiefer zerbissen. Der Vorfall ereignete sich gegen 8.30 Uhr in der Wohnung der 31-jährigen Tante des Kindes an der Wolfgang-Heinz-Straße in Pankow-Buch. Der schwerverletzte Junge wird auf der Kinderrettungsstation des Klinikums Buch medizinisch versorgt. Nach einer Notoperation war er gestern Nachmittag außer Lebensgefahr.

Auf Anordnung des Pankower Amtstierarztes und mit Einverständnis der Halterin wurde das Tier eingeschläfert. Die aus Nordrhein-Westfalen stammende Mutter war mit ihrem Jungen bei der Tante auf Weihnachtsbesuch. Beide Frauen, die sich in einem Nebenzimmer aufhielten, hatten die Attacke des Tieres nicht bemerkt. Sie wurden erst später aufmerksam, als der als außergewöhnlich groß beschriebene Hund über dem Kind stand. Das Tier musste gewaltsam weggezogen werden.

Es konnte nicht geklärt werden, was den Hund zu dem Angriff veranlasste. Der Pankower Amtstierarzt vermutete, dass der Hund mit den seit einigen Tagen durch den Besuch eingeengten räumlichen Verhältnissen nicht zu Recht kam. Das Tier habe sonst mit seiner Halterin allein in der relativ kleinen Wohnung gelebt, sagte der Veterinär.

Immer wieder war es in der Vergangenheit zu Angriffen von so genannten Kampfhunden gekommen, häufig waren Kinder die Opfer. So war Ende Oktober in Neukölln ein dreijähriges Mädchen auf der Elsenstraße von einem Pitbullmischling ins Gesicht gebissen und schwer verletzt worden. Das Mädchen hatte mit dem Hund spielen wollen. Dabei schnappte das Tier unvermittelt zu. Der Hund blieb, anders als in einigen anderen Fällen, am Leben. Das Veterinäramt verhängte lediglich Maulkorb- und Leinenzwang für ein halbes Jahr über den Hund.

Es gibt keine zentrale Stelle in Berlin, bei der die Zahl der so genannten Hundebissvorfälle statistisch erfasst wird. Aber allein in Neukölln waren bis Anfang November 118 Hundeattacken gezählt worden.

Tödliche Folgen für einen sechsjährigen Jungen hatte Mitte Oktober der Angriff eines nicht angeleinten Dobermanns. Der Hund war auf der Gärtnerstraße in Friedrichshain auf das Kind zugesprungen. Dieses rannte erschreckt auf die Straße und wurde dort von einem Lastwagen erfasst. Die Hundehalterin entfernte sich, ohne sich um das verletzte Kind zu kümmern. Sie ist trotz einer ausgesetzten Belohnung von 2000 Mark bisher nicht ermittelt worden.

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