Berlin : Plädoyer für ein Dackel-Musical

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Ist Roman Herzog ein MusicalFan? Am Donnerstag besuchte der Altbundespräsident gemeinsam mit seiner Ehefrau Alexandra Freifrau von Berlichingen den Musical-Klassiker „Cats“ im Theater am Potsdamer Platz. „Ich gehe dorthin, wo es mir Spaß macht“, sagte der Altbundespräsident. „Wissen Sie, für meinen Vater hat Musik bei Schubert aufgehört, Strauss hat er auch noch zugelassen. Aber zu uns Buben hat der Alte immer gesagt: Das ist meine Welt. Doch ihr müsst alles kennen.“ Also auch Cats. Es ist schon das zweite Mal, dass sich Herzog von Andrew Lloyd Webber in die Welt der Jellicle-Katzen hat entführen lassen. Sein erster Cats-Besuch in Hamburg liegt allerdings schon rund 12 Jahre zurück. „An sich, toll“, finde er das Musical. „Das Fantastische ist, dass zwar praktisch keine Handlung drin ist, aber eine unheimliche Dynamik.“ Wenn da nur nicht diese Fixierung auf die Katzen wäre: „Warum macht man das Ganze nicht auch mal mit Hunden? Stellen Sie sich das mal vor, wenn da lauter Dackel rumlaufen würden", scherzte der 68-Jährige in der Pause. Ein Dogs-Musical könnte auch seiner Gattin gefallen, denn die mag im wirklichen Leben Hunde eigentlich auch lieber als Katzen. Von den Cats-Darstellern war Alexandra Freifrau von Berlichingen dennoch begeistert. „Hervorragend. Das ganze Musical muss man einfach mögen.“ Sängerin Cornelia Drese (alias Katzendiva Grizabella) hatte das Ehepaar zu der Vorstellung eingeladen. Drese hatte vor ihrer Cats-Rolle auf den Burgfestspielen Jagsthausen die Evita verkörpert – und sich dort mit der Baronin und 1. Vorsitzenden der Festspiele angefreundet. „Ich bin heute nur als Prinzgemahl hier“, machte Herzog seine Rolle des Abends klar. Am gestrigen Freitag ist das Ehepaar wieder aus Berlin abgereist – zurück nach Baden-Württemberg in die heimatliche Burg Jagsthausen. vv

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