Berlin : Pläne für Ausbau der Invalidenstraße erneut geändert

Stufenloser Einstieg in die Tram vorgesehen. Radfahrer erhalten eigene Streifen

Klaus Kurpjuweit

Und jetzt die nächste Runde. Beim Ausbau der Invalidenstraße in Mitte für die Straßenbahn und den Autoverkehr hat die Stadtentwicklungsverwaltung erneut die Pläne geändert. An den Haltestellen der Tram soll es durch den Bau sogenannter Kaps, die in die Fahrbahn ragen, und Haltestelleninseln einen stufenlosen Einstieg in die Bahnen geben. Zudem sind jetzt durchgehend Radwege oder Fahrradstreifen vorgesehen. Ursprünglich sollten sich die Radler eine Spur mit dem Autoverkehr teilen. Fertig wird der Ausbau frühestens 2011 – fünf Jahre nach der Eröffnung des Hauptbahnhofs. Das Planverfahren soll Ende 2009 abgeschlossen sein.

Drei Linien sollen mindestens im Abstand von zehn Minuten zum Hauptbahnhof fahren – die M 6 aus Hellersdorf, die M 8 aus Ahrensfelde und die M 10 vom S- und U-Bahnhof Warschauer Straße. Die Planer rechnen mit täglich etwa 16 500 Fahrgästen auf diesem Abschnitt.

Auf der Invalidenstraße müssen sich die Bahnen ihre Trasse mit dem Autoverkehr teilen; zusätzlich gibt es für Autos noch eine weitere Spur in jeder Richtung. Parken kann man am Straßenrand dann nicht mehr. Den Vorschlag einer Bürgerinitiative, die Spuren für Autos und Straßenbahnen zu trennen, lehnen die Planer ab, weil nur jeweils eine Autospur den Verkehr nicht aufnehmen könne.

Durch abgestimmte Ampelschaltungen wollen die Planer Staus weitgehend verhindern; die Programme dafür sind aber noch nicht entwickelt. Heute fahren – ohne Straßenbahn – täglich durchschnittlich etwa 15 000 Autos über die Invalidenstraße; 2015 sollen es – dann mit Straßenbahn – 25 000 bis 30 000 sein. Die Belästigung für Anwohner soll durch den Einbau von Schallschutzfenstern gemindert werden, sagte gestern Planerin Katrin Vietzke. Ortsansässige wehren sich seit Jahren gegen den Ausbau der Straße, während sie den Tram-Bau gutheißen. Weil die Verwaltung den Straßenausbau ursprünglich ins Straßenbahnprojekt einbezog, musste das Projekt 2004 neu aufgerollt werden – mit getrennten Planungen für den Straße und Schiene.

Weil der Platz nicht überall reicht, fallen auch rund 20 Bäume. Das Verkehrsministerium muss auf einen zwei Meter breiten Streifen im Vorgarten verzichten. Auch am Invalidenpark und am Naturkundemuseum soll die Straße breiter werden. Zwei Jahre sollen die Bauarbeiten dauern; die Invalidenstraße wird dann abschnittsweise für den Durchgangsverkehr gesperrt. Mehr als 25 Millionen Euro sind als Kosten veranschlagt.

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