Pläne für den Neubau am Alex : Wohnen in 150 Metern Höhe

Ein architektonischer Wettbewerb für den neuen Turm am Alexanderplatz steht bevor. Einige Eckdaten sind schon klar: 150 Meter hoch soll das Gebäude sein und überwiegend Wohnungen beherbergen. Und es ist nur das Erste seiner Art.

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Überall in Berlin wird gebaut - jetzt soll der Alex ein neues Hochhaus bekommen.
Überall in Berlin wird gebaut - jetzt soll der Alex ein neues Hochhaus bekommen.Foto: Kai-Uwe Heinrich

150 Meter hoch, überwiegend Wohnungen, unmittelbar am Alexanderplatz – die Pläne für den ersten Zacken auf Berlins neuer städtebaulichen Krone werden immer konkreter. Seit heute wird der Bebauungsplan für das Hochhaus durch den US-amerikanischen Entwickler Hines zwei Wochen lang öffentlich ausgelegt. Kurze Zeit danach soll ein architektonischer Gestaltungswettbewerb starten. Unter „Beteiligung international renommierter Architekturbüros“, wie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung verspricht, werde gemeinsam mit dem Bezirk Mitte und dem Entwickler über die Gestaltung des Neubaus entschieden. Im Herbst sei mit Ergebnissen zu rechnen.

Dass nun vorerst die Bürger noch einmal das Wort haben, liegt an der Änderung der ursprünglichen Pläne durch den Bauherrn. Einen rechtskräftigen Bebauungsplan gibt es bereits seit dem Jahr 2000. Demnach sollte der Turm aber aus der Mitte des Blockes herauswachsen. So sah es der städtebauliche Entwicklungsplan der Architekten Hans Kollhoff und Helga Timmermann vor. Nun wird das Hochhaus jedoch auf Wunsch des Entwicklers an den Rand des Quartiers gerückt. Wegen dieser Veränderung ist erneut eine Bürgerbeteiligung erforderlich.

Auf dem Baugrundstück steht bereits ein fünfgeschossiges Einkaufszentrum („die Mitte“), das von dem Elektrofilialisten Saturn genutzt wird. Der 150 Meter hohe Turm, der am Rande dieses Blockes entsteht, ist der erste von neun neuen am Alexanderplatz geplanten Hochhäusern. Die Pläne gehen auf einen Wettbewerb aus dem Jahre 1993 zurück, die der Senat im Jahr 1999 im Rahmen des „Planwerks Innenstadt“ weitgehend übernahm. Wiederkehrende Krisen auf dem Immobilienmarkt verhinderten bisher den Bau der kostspieligen Türme.

US-Investor Hines sieht nun gute Chancen, von der großen Nachfrage nach Wohnungen in Berlin zu profitieren. „Wir arbeiten an der Realisierung eines Turms mit überwiegender Wohnnutzung, wir glauben, Berlin ist reif für ein solches Konzept“, sagte Hines’ Berlin-Chef Christoph Reschke. Die aktuelle Bevölkerungsprognose der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gehe in der Stadt von einem Bedarf von 122 000 neu gebauten Wohnungen in den kommenden 12 Jahren aus.

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