Berlin : Planuntererfüllung

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VON TAG ZU TAG

Frederik Hanssen macht Werbung

für die Gemäldegalerie

Wer sich als Laie mit den Staatlichen Museen zu Berlin beschäftigt, muss irgendwie immer an die DDR denken. Strengster Zentralismus herrscht in den Hierarchien der hauptstädtischen Sammlungen. Einen gravierenden Unterschied allerdings gibt es: Im Sozialismus wurden Betriebe dafür belohnt, wenn sie mit pfiffigen Aktionen die Vorgaben des Fünfjahresplans übertrafen. Bei den Staatlichen Museen dagegen werden ausgewählte Kollektive sogar an der Planerfüllung gehindert. Berlins oberster Museumsmann Peter-Klaus Schuster hat beschlossen, dass der erst 1998 eröffnete Bau am Kulturforum ein schlechter Platz für die Gemäldegalerie sei. Und offensichtlich hat er die Macht, die Gemäldegalerie am ausgestreckten Arm verhungern zu lassen. Indem er beispielsweise die Zentralstelle Marketing anweist, keine Mittel freizugeben, damit sich die Gemäldegalerie bei den Besuchern des MoMA bekannt machen kann. Auch eine Möglichkeit, die mangelnde Attraktivität des Standorts nachzuweisen! Und eine ziemlich selbstherrliche Art, Steuergelder zu verbrennen. Denn die Gemäldegalerie wird ja nicht billiger, wenn weniger Besucher kommen. Dagegen hilft nur eins: Direktoren in die Produktion.

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