• "Plattform Wirtschaftsverkehr und Handel": Teure Studie mit wenig Nutzen für den Bezirk

Berlin : "Plattform Wirtschaftsverkehr und Handel": Teure Studie mit wenig Nutzen für den Bezirk

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150 000 Mark haben sich Stadtentwicklungssenator, Bezirk sowie Industrie- und Handelskammer die "Plattform Wirtschaftsverkehr und Handel Spandau" kosten lassen. Doch das gestern nach etwa einem Jahr präsentierte Ergebnis wirkte eher ernüchternd. Das durch Rolf Sauer von der beauftragten Firma Dornier System Consult formulierte Ziel, aus Betroffenen Beteiligte zu machen, scheint nur bedingt geglückt. Die Wirtschaft ist enttäuscht.

Die seit 1995 in wechselnden Bezirken veranstaltete Plattform hat eigentlich das Ziel, als runder Tisch die Probleme des Wirtschaftsverkehrs einer Einkaufsstraße zu lösen. Angesichts der Nöte der Geschäftsleute aus Alt- und Wilhelmstadt wurde die Untersuchung in Spandau auf den Bereich Handel ausgeweitet. Denn wenn im November das neben dem Fernbahnhof entstehende Shopping-Center Spandau Arcaden öffnet, befürchten die traditionellen Läden Einbußen.

Doch viele der im Gutachten zusammengefassten Ideen sind altbekannt. Auch die Notwendigkeit eines gemeinsamen Marketingkonzeptes mit den Arcaden hatten die Geschäftsleute längst erkannt. Der einzige neue Vorschlag zur Anbindung der Altstadt ist eine baulich attraktivere Gestaltung des Rathausplatzes. Doch gerade der soll freigehalten werden, weil sich der hier angesiedelte Wochenmarkt bereits als Bindeglied erweist. Vorschläge für den Anschluss der Wilhelmstadt fehlen völlig. Mehr als eventuelle Leuchtreklamen unter der Bahnbrücke in der Klosterstraße konnte Sauer auch auf Nachfrage nicht nennen. Bereits der Gestaltungswettbewerb für den Bahnhofsvorplatz habe gezeigt, "dass wir keine optimale Lösung finden werden", sagte Baustadtrat Carsten Röding.

Staatssekretärin Maria Krautzberger sprach dennoch vom "hoffnungsvollen Ergebnis". Der Wirtschaftshof-Vorsitzende Klaus Jürgen Rödiger war enttäuscht: "Für uns ist die Anbindung nicht durchdacht." Das Geld in die Altstadt zu stecken, wäre besser gewesen, so Ingrid Jahn von der dortigen Arbeitsgemeinschaft. "Uns hat die Plattform nichts gebracht", sagte Klaus-Peter Hartwich (IG Wilhelmstadt). Bürgermeister Konrad Birkholz: "Das Ei des Kolumbus haben wir nicht gefunden".

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