Berlin : Platz da, das ist meiner

Durch die volle Innenstadt direkt auf den persönlich reservierten Parkplatz: Das bieten mehrere Berliner Unternehmen an – per Handy-App.

Karoline Kuhla/Nadine El-Ishmawi
Foto: dpa

Und nochmal um den Block, vielleicht ist da hinten was, Mist, der ist zu eng: In Berlin einen Parkplatz zu suchen ist oft nervig und dauert lange. Aus diesem Problem ein Geschäft machen will mit einer neuen App das deutsch-schweizerische Startup Parku. Die Idee: Der Fahrer streckt einfach den Arm aus dem Fenster, hält sein Handy vor einen Barcode und es öffnet sich die Schranke vor einem von ihm reservierten Parkplatz. Beispielsweise Hotels und Firmen, aber auch Privatpersonen sollen so immer dann an ihren Stellplätzen verdienen können, wenn sie sie nicht selbst benötigen.

Über die App werden Nutzern freie Stellplätze in der Umgebung angezeigt. Die Parkdauer muss der Nutzer bei der Buchung festlegen. Zwischen 1 und 3 Euro kostet die Stunde. Allerdings: Wer einen Parkplatz anmietet, der nicht per Schranke gesichert ist, und dort ein falsch geparktes Auto vorfindet, dem nützt seine ordnungsgemäße Buchung im Zweifel nichts.

Zum Start der App hat das Unternehmen 300 Parkplätze unter Vertrag, bisher vor allem von kommerziellen Betreibern wie dem Waldorf Astoria oder dem Amano Hotel. In anderen deutschen Städte, als nächstes Hamburg und München, soll die App ebenfalls angeboten werden. Für die feierfreudigen Berliner lässt das Parku-Konzept allerdings noch Wünsche offen: Wer sein Auto abends auf einem bis Mitternacht gebuchten Platz parkt, dann doch Alkohol trinkt und spontan bis 9 Uhr morgens verlängern will, hat ein Problem: Möglicherweise wird der Firmenparkplatz am nächsten Morgen ab 7 Uhr wieder benötigt. Wer Pech hat, wird dann abgeschleppt.

Konkurrenzlos ist das Angebot in Berlin ohnehin nicht: Etwa auch „Parkplace“, „Parkinglist“ und „Park2gether“ setzen auf Park-Sharing und bieten Hilfe bei der Parkplatzsuche. Im Gegensatz zu „Parku“, das auch mit gewerblichen Betreibern von Parkhäusern kooperiert, setzen diese Anbieter aber auf die Untervermietung einzelner, privater Parkplätze.

Karoline Kuhla/Nadine El-Ishmawi

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar