Platz da! : Unterm Steglitzer Kreisel

Diskussion über den Hermann-Ehlers-Platz. Anwohner, Politiker, Polizisten und Jugendliche beraten, wie sie den Platz schöner machen können.

Saara Wendisch

Im Erste-Hilfe-Zelt, das da am Freitagabend auf dem Steglitzer Hermann-Ehlers-Platz zu sehen war, kam es zu keinen lebensrettenden Maßnahmen, vielmehr fand hier eine hitzige Debatte mit vielen neuen Anregungen statt: Bereits zum fünften Mal trafen sich Anwohner, Politiker, Jugendliche, Ordnungswächter und Sozialarbeiter, um über die Zukunft des Platzes am U-Bahnhof Rathaus Steglitz zu diskutieren. Initiator Holger Höringklee vom Deutschen Roten Kreuz hatte die Idee, die Runde diesmal direkt auf dem Platz zusammenkommen zu lassen. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde konnten so alle noch einmal über den Platz laufen und überlegen, was ihnen hier eigentlich gefällt oder eben auch nicht, was fehlt und was gemacht werden kann, damit der Hermann-Ehlers-Platz ein gemütlicher Aufenthaltsort für Jung und Alt sein kann.

Diskussionsgegenstand waren auch die Entwürfe der Landschaftsplanerin Martina Herold aus der Tagesspiegel-Serie „Platz da!“. Ihre Ideen stießen bei den Teilnehmern auf Zustimmung – obwohl sich noch nicht alle einig sind: Eine ältere Anwohnerin wünscht sich die Bänke aus dem Entwurf. Diese könnten an den Markttagen von den Händlern als Verkaufsstand genutzt werden. Ein Sozialarbeiter wandte wiederum ein, dass wohl keiner auf einer Bank sitzen möchte, auf die „ein Betrunkener uriniert hat“. Seitdem es keine Bänke und Büsche mehr gibt, sei der Platz am Ende der Schlossstraße sicherer geworden – es gebe heute wesentlich weniger Straftaten als noch vor drei Jahren. „Früher wurden zwischen den Büschen Waffen und Drogen versteckt“, bestätigte ein anwesender Polizist. „Doch wo sollen die Jugendlichen hin?“, fragte Georg von Boroviczeny von den Piraten in die Runde. Darauf hatte die 20-jährige Jessica Rademacher eine Antwort: „Wir brauchen mehr Beschäftigungsmöglichkeiten, zum Beispiel eine Wand für die Sprüher oder eine Kletterwand.“ Weitere Jugendliche wünschen sich einen Platz zum „Chillen und Grillen“: Sie hatten die spontane Idee, ein Fest für die Anwohner zu veranstalten.

Doch was fehlt, ist das Geld. Weder Gewerbetreibende noch verantwortliche Bezirkspolitiker waren an diesem Runden Tisch anwesend. Der Moderator schlug den Jugendlichen vor, Sponsoren für ihre Projekte zu suchen. Außerdem wurde von mehreren Seiten angeregt, einen Verein zu gründen: „So können besser offizielle Gelder beantragt werden“, sagte Andreas Kugler, Bezirksverordneter der SPD, der für eine Vereinsgründung seine Hilfe anbot. Die Steglitzerin Waltraud Holland-Winter wäre gern dabei. Dafür müssten sich aber noch viel mehr Anwohner als bisher engagieren, sagte sie.

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