Berlin : Platz da!

Ulrich Zawatka-Gerlach

sucht die Nutzflächen der öffentlichen Verwaltung Der alte Fritz hatte wahrscheinlich keine Ahnung, wie groß sein Sanssouci war. Ohne Park und Rebstöcke; nur die reine Bürofläche. Für größere Ausflüge, bei denen der Schreibtisch schon mal aus dem Blickfeld geriet, dürfte der Platz ausgereicht haben. Auch von Wilhelm II. ist nicht bekannt, dass er im Stadtschloss klaustrophobische Anfälle bekam. Doch seitdem die Hohenzollern nicht mehr Dienst tun, gibt es in Berlin den Trend zu einer gewissen Kontrolle des staatlichen Raumbedarfs. Wohlgemerkt: zu einer gewissen Kontrolle. Übertreiben soll man es nicht. Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit.

Einige Jahrzehnte hat der Senat gebraucht, um herauszufinden, welche Dienstgebäude dem Land gehören und was sie uns kosten. Jetzt wird es voraussichtlich noch einmal zehn Jahre dauern, bis man weiß, wie viele Mitarbeiter in diesen Häusern welche Büroflächen nutzen. Momentan sickern die ersten Daten aus 32 von 90 Gebäuden durch. Es müssen sich dort Dramen abspielen. So hat schon 2004 eine Stichprobe ergeben, dass dem Personalrat und den Fraktionen im Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf gerade mal 80,73 Quadratmeter pro Person zur Verfügung stehen. Den Finanzbeamten sogar nur 30,21 Quadratmeter. Wie soll man unter solchen Umständen vernünftig Daten erheben können?

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