Berlin : Platz für Anselm Kiefer und Co.

Grothe, Boros, Bastian: Mäzene bauen in Berlin Räume für ihre Sammlungen

Matthias Oloew

Für Monika Thiemen ist die Sache klar: „Hier ist der richtige Ort, um das Anselm-Kiefer-Museum anzusiedeln“, sagt die SPD-Bürgermeisterin von Charlottenburg-Wilmersdorf und meint damit den Backstein-Bau an der Joachimstaler Straße 31-32. „Das Museum wäre ein großer Gewinn an dieser Stelle.“

Ob es aber dort einzieht, ist noch nicht entschieden. Der Bezirk pokert seit Monaten mit dem Investor und Kunstmäzen Hans Grothe, der seine Kiefer-Sammlung hier zeigen will. Streitpunkt sind Grothes Bau- und Ausbaupläne für das Haus. Die Auseinandersetzung sei noch nicht ausgestanden, sagt Thiemen, aber sie ist optimistisch: „Ich glaube schon, dass er ein großes Interesse hat, seine Werke hier zu zeigen.“

Grothe hat sich zwar in letzter Zeit mehrmals zum Standort Berlin für seine Kiefer-Sammlung bekannt, nicht jedoch zu dem Haus an der Joachimstaler Straße. Er darf das Haus nicht so umbauen, wie er gerne möchte. Der Bezirk sperrt sich gegen Pläne, einen bis zu 42 Meter hohen Anbau zu genehmigen.

Grothe, der sich dem Bezirk gegenüber verpflichtet hat, das Museum hier einzurichten, versuchte daraufhin, das Backstein-Haus wieder zurückzugeben. Doch damit ist er offenbar gescheitert. Die Technische Universität, von der er das Haus gekauft hat, denkt nicht daran, die Immobilie wieder zurückzunehmen. Dem Investor aus Duisburg gehört neben dem Backstein-Bau auch das markante Ku’damm-Eck sowie der noch nicht fertig gestellte Hotel-Neubau an der Joachimstaler Straße.

Neben Grothe planen auch andere Sammler, in Berlin eine Heimstatt für ihre Kunst zu bauen. Am weitesten fortgeschritten ist der Wuppertaler Werbefachmann Christian Boros, der den Bunker an der Reinhardtstraße in Mitte sanieren und umbauen lässt. Derzeit ist das Beton-Ungetüm komplett eingerüstet. Die Fassade wird trotzdem kaum verändert. Im kommenden Jahr will Boros in dem Bunker erstmals seine Sammlung zeitgenössischer Kunst zeigen, allerdings nur auf Anmeldung und im Rahmen einer geführten Tour.

Heiner Bastian plant nach wie vor den Neubau eines kleinen, aber feinen Galeriehauses an der Museumsinsel. Nach den Plänen von David Chipperfield entsteht an der Adresse „Hinter dem Gießhaus 1“ auf einem kleinen Grundstück von nur 20-mal 30 Metern ein Bau, der Platz für kommerzielle Galerien bieten soll. Die Fertigstellung ist für das kommende Jahr geplant.

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