Berlin : Platz machen für den Campus Rütli

Im Neuköllner Norden entsteht derzeit ein Bildungspark: Auf dem 50 000 Quadratmeter großen „Campus Rütli“ sollen Kinder bis zur Ausbildung optimal gefördert werden – in der Kita, der Gemeinschaftsschule und dem Jugendzentrum, in Werkstätten und auf Sport- und Freizeitflächen. Damit künftig mehr Kinder im Kiez einen Schulabschluss machen und eine Berufsausbildung beginnen.

Das Projekt braucht viel Platz. An der Rütlistraße, der Zentralachse des Campus, sollen deshalb zwei Mieter weichen: Die Kleingartenkolonie „Hand in Hand“ und die Gewerbetreibenden auf dem Autohof Mix. Die Grundstücke gehören dem Land. „Wir haben aus der Zeitung erfahren, dass wir unsere Parzellen für den Campus aufgeben sollen“, sagt die 18-jährige Julia Wietstruk, deren Familie seit Jahrzehnten eine der 32 Parzellen der Gartenkolonie gemietet hat. Die Kleingärtner hätten angeboten, ihre Parzellen in den Campus zu integrieren – ohne Erfolg.

„Im Februar 2009 werden die Parzellenbesitzer ihre Kündigungen bekommen“, sagt Neuköllns Baustadtrat Thomas Blesing (SPD). Das Gelände werde für die neue Grundschule benötigt, die 2010 auf dem Campus gebaut werden soll. Auch der Gewerbehof sei als Schulerweiterungsgelände ausgewiesen. Der Hauptpächter des Autohofs habe im vergangenen September die Kündigung zum 31. Dezember 2007 erhalten. Er hat gegen das Bezirksamt geklagt, und am 22. April eine erste Niederlage hinnehmen müssen: Das Amtsgericht Neukölln hat die Kündigung als rechtmäßig anerkannt. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Der Pächter wollte nicht sagen, ob er Rechtsmittel einlegen will. Auf dem 8000 Quadratmeter großen Gelände des Autohofs soll 2010 eine Quartiershalle gebaut werden. Kürzlich konnten die am Campus beteiligten Schulen bereits eine neue Kletterwand und einige Holzbearbeitungsmaschinen in Betrieb nehmen. Zur Einweihung war unter anderem Christina Rau, die Schirmherrin des Projekts Campus Rütli, zu einem Besuch vorbeigekommen.rni

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