Berlin : Platzeck sieht auch Chancen in Landflucht Neues Netzwerk gegen

Einwohnerschwund

Potsdam - Für dieses Problem hat Brandenburgs Landesregierung kein Patentrezept, obwohl es Chefsache ist: den demografischenWandel. Nach aktuellen Prognosen wird die Zahl der Brandenburger bis zum Jahr 2030 von 2,5 auf 2,2 Millionen sinken. Allein im Speckgürtel um Berlin, rund 15 Prozent der Landesfläche, wird die Hälfte der Einwohner leben. Der Rest verteilt sich in den Weiten des Landes und altert rapide. So fehlt für die meisten Bauernhöfe der Nachwuchs. Doch Resignation herrscht keineswegs. Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) sieht sogar mehr Chancen als Risiken, wie zahlreiche innovative Projekte zeigen: Wegen des Ärztemangels gibt es wieder Gemeindeschwestern, Dorfvereine betreiben den Dorfkonsum, auf den Routen gestrichener Buslinien fahren Bürger- oder Kombibusse, die Post und Lebensmittel in abgelegene Orte bringen. Der Verein „Zuhause in Brandenburg“ betreibt in der Uckermark ein Online-Portal für Rückkehrer. Es gibt Angebote für Familien, junge Ärzte und Studenten – sie alle sollen im Land gehalten werden.

Diese Ideen werden jetzt in einem am Montag in der Potsdamer Staatskanzlei gegründeten Demografie-Netzwerk zusammengefasst. Das Land werde aber keine Rezepte verordnen, sagte Platzeck. Vielmehr seien „das Verlassen altbewährter Pfade und neue Herangehensweisen zur Lösung von Problemen“ nötig. Es gehe um „regional angepasste, praktische Lösungsansätze“ der Menschen vor Ort. axf

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben