• Poker um Kaulsdorfer Klinik: Senat plant statt Neubaus eine Verlagerung nach Marzahn - Gegenkonzept vorgelegt

Berlin : Poker um Kaulsdorfer Klinik: Senat plant statt Neubaus eine Verlagerung nach Marzahn - Gegenkonzept vorgelegt

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Verwirrung um die Zukunft des Krankenhauses Kaulsdorf: Mitte April hatte die Senatsgesundheitsverwaltung dem Bezirk mitgeteilt, dass für den geplanten Neubau an der Myslowitzer Straße, insgesamt 250 Millionen Mark veranschlagt wurden. 2001 sollte eine erste Rate von 20 Millionen Mark fließen, der Rest dann auf sechs Jahre verteilt. Doch schon wenige Wochen nach "dieser frohen Botschaft" wandte sich dieselbe Verwaltung wieder an den Bezirk und die Leitung des Krankenhauses Kaulsdorf.

"Aus Kostengründen sollte geprüft werden, die Klinik auf das Gelände des Unfallkrankenhauses Marzahn zu verlagern, sagt Mario Czaja, der für die CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus sitzt und hier seinen Wahlkreis hat. Doch die Krankenhausleitung lehnte ab. Ein Umzug lasse sich nur durch einen enormen Betten- und Personalabbau realisieren, meint Czaja. Außerdem werde gerade an diesem Standort ein Krankenhaus benötigt. Schließlich sei die Region Hellersdorf, Marzahn und Hohenschönhausen laut Krankenhausplan das am schlechtesten versorgte Berliner Gebiet, rechnet der Abgeordnete vor.

Auf Initiative des Mahlsdorfers entstand in den letzten Tagen ein neues Konzept zur Zukunft des Kaulsdorfer Hospitals. Czaja suchte sich Planer und ortsansässige Firmen - die er allerdings nicht nennen will - und ließ ein Projekt erarbeiten. Demnach soll der Komplex auch künftig an der Myslowitzer Straße, nahe der Bundesstraße B 1/ 5 zu finden sein.

Der vorhandene Küchentrakt könnte unter anderem erhalten bleiben, im hinteren Bereich des Geländes könnte die neue Psychiatrie entstehen. Außerdem sind 200 Parkplätze vorgesehen. Diese Variante würde "nur" etwa 190 Millionen Mark kosten. Zudem könne in Kaulsdorf, aufgrund der vorhandenen Baufreiheit, ohne große Vorarbeit mit dem Bauen begonnen werden. "Die Kaulsdorfer Krankenhausleitung hat das Konzept positiv aufgenommen", meint Czaja. Zurzeit wollen sich die Ärzte aber dazu noch nicht öffentlich äußern, sondern erst, wenn auch dem Senat das Projekt vorliegt. Die Krankenhausleitung will in Kürze auf die Planer der Senatsgesundheitsverwaltung zugehen.

Czaja zählt noch einige Punkte gegen die Verlagerung nach Marzahn auf: Nicht nur, dass die verschiedenen Instrumentensysteme beider Krankenhäuser aufeinander abgestimmt werden müssten, was zusätzliche Kosten verursacht, auch die Entfernung der Kliniken am Blumberger Damm betrage rund 400 Meter. Ferner gebe es dort auch nicht genügend Stellplätze.

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