• Polikliniken sollen verkauft werden – für 30 Millionen Euro Nutzung als Gesundheitszentren auf zehn Jahre festgeschrieben

Berlin : Polikliniken sollen verkauft werden – für 30 Millionen Euro Nutzung als Gesundheitszentren auf zehn Jahre festgeschrieben

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Berlin will in den nächsten drei Jahren insgesamt vierzig Polikliniken verkaufen, die es nach der Wende von der DDR übernahm. Damit wolle man „mindestens“ 30 Millionen Euro erlösen, sagt Joachim Bendler, Teamleiter im landeseigenen Liegenschaftsfonds. Jetzt hat der Liegenschaftsfonds zwei weitere der so genannten Ärztehäuser zum Verkauf ausgeschrieben. Bis Mitte Juni erwarte man die Angebote für die Kliniken am Rosenfelder Ring 15 in Friedrichsfelde und an der Mehrower Allee 22/34 in Marzahn.

Die Verkaufsofferte richtet sich vor allem an die niedergelassenen Ärzte, die schon in den Häusern Mieter sind. „Eigentlich eine sinnvolle Sache", sagen Experten. Doch seien die meisten dieser Mediziner über 50 Jahre alt, und für die lohne es sich nicht, ihr Domizil zu kaufen. Auch bei den beiden jetzt ausgeschriebenen Häusern hätten sich die Mieter nicht auf einen Kauf einigen können. Immobilien-Verkäufer Bendler: „Da fehlt oft das nötige Kapital.“ Man könne den Ärzten beim Preis auch nicht entgegenkommen. „Wir müssen zum Verkehrswert verkaufen.“

Doch viele Polikliniken seien auch für Investoren eine lohnende Kapitalanlage. Sie liegen in Wohngebieten und sind häufig von großen Gärten umgeben. Zu manchen der Häuser gehören Grundstücke, die drei- bis viermal größer sind als für den reinen Gesundheitsbetrieb nötig, sagen Fachleute. Diese können Investoren also auch mit Geschäfts- oder Wohnhäusern bebauen. Erst dann lohne sich das Geschäft. Denn nur die Polikliniken zu betreiben und sie an Ärzte zu vermieten, rechne sich nicht.

Für die Mieter bedeute der Eigentümerwechsel aber keine Gefahr, sagt Bendler. „Die Investoren müssen sich verpflichten, die Ärztehäuser mindestens zehn Jahre lang weiter für medizinische und soziale Zwecke zu nutzen.“ Ingo Bach

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