Politik statt Fernsehen? : Harald Schmidt liebäugelt mit der FDP

Ob Harald Schmidt es ernst gemeint hat, Vorsitzender der FDP in Berlin-Mitte werden zu wollen, weiß nur er selbst. Die Partei findet die Idee aber gar nicht abwegig und hat Schmidt schon mal einen Aufnahmeantrag geschickt.

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Harald Schmidt - springt er künftig für die FDP in die Bresche?
Harald Schmidt - springt er künftig für die FDP in die Bresche?Foto: dapd

Der Entertainer Harald Schmidt hat gewisse Sympathien für die Berliner FDP erkennen lassen. Am Rande der Preisverleihung „Eisenbahner mit Herz“ vertraute Schmidt dem RBB an, als „kommender Vorsitzender der FDP Berlin-Mitte“ stelle er fest: „Wir sind alle aufgefordert, unseren Beitrag zu leisten, damit es mit diesem Land nachhaltig weitergeht“. Der Edelsatiriker, dessen Fernsehkarriere sich dem Ende zuneigt, sagte außerdem, Berlin sei „eine Weltstadt, eine Metropole. Hier stimmt alles.“ Sein Pulsschlag gehe jedes Mal höher, wenn er in die Stadt komme – „egal mit dem Zug, mit dem Auto oder mit dem Privatjet“.

Berliner Liberale fanden Schmidts Ankündigung in Sachen Bezirksverband Mitte interessant. Die womöglich ironisch gemeinten Komplimente Schmidts, die er vor vier Tagen äußerte, kommentierte der letzte Spitzenkandidat der Berliner FDP, Christoph Meyer, mit der Bemerkung, Ironiefähigkeit sei zwar „keine Aufnahmebedingung“ bei der FDP. Doch sei ein „ironisches Grundmoment“ in schwierigen Zeiten der liberalen Sache zuträglich. Die FDP war bei der Abgeordnetenhauswahl im September mit 1,8 Prozent der Stimmen gescheitert.

Die Vorsitzende der FDP in Mitte, Maren Jasper-Winter, beschrieb Schmidt als „einen hochinteressanten Kandidaten“. Schmidt müsse allerdings, wenn er bei der nächsten turnusmäßigen Vorstandswahl im März 2013 gegen sie antreten wolle, erst einmal Mitglied der Partei werden. Zu diesem Zweck sei ihm ein Mitgliedsantrag zugeschickt worden.

Jasper-Winter kann sich Schmidt gut in der FDP vorstellen – er sei freiheitlich und offen im Denken. Zugleich betonte Jasper-Winter, die auch stellvertretende Landesvorsitzende ist, Ironiefähigkeit sei keine Bedingung für Schmidts Aufnahme. „Solche charakterlichen Aufnahmebedingungen haben wir nicht“. Die Berliner FDP hatte zuletzt rund 2900 Mitglieder. Sie ist derzeit weder im Abgeordnetenhaus noch in einer Bezirksverordnetenversammlung vertreten.wvb./dapd

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