Berlin : Politisiert: Die Erfinderin des Teilzeit-Streiks

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Für die einen ist Astrid Jantz die Streikbrecherin, für die anderen rettete sie das Semester. Die SozialwissenschaftsStudentin hielt an der Humboldt-Universität die Rede, die zur Unterbrechung des Ausstands führte. Teilzeit-Streiken war danach angesagt: Vier Tage pro Woche Protestieren, ein Tag Studieren. Vom Protest war danach nicht mehr viel zu sehen.

Für eine Streikbrecherin setzt sie sich auch heute noch erstaunlich vehement für den Protest ein. „Sinnvoll“ sei der gewesen. Warum forderte Astrid dann die Streik-Unterbrechung? „Viele Studenten hatten Angst, das gesamte Semester zu verlieren“, sagt die 27-Jährige, und damit meint sie auch sich selbst. „Wenn man auf die Lage am Arbeitsmarkt guckt, kann ein Semester mehr bei Bewerbungen schon entscheidend sein.“

Im Gespräch mit Astrid merkt man, dass sie im Streik nicht zum ersten Mal politisch aktiv war. Vor einem Jahr saß sie im Bundesvorstand der Jungen Union, jetzt ist sie Fraktionsvorsitzende der CDU in der Lichtenberger BVV. Worte wie „unsägliche rot-rote Sparpolitik“ fallen bei ihr schnell, auf den „gesamtgesellschaftlichen Erfolg“ des Streiks weist sie hin: „Es hat sich gezeigt, dass viele Bevölkerungsgruppen willkürliche Kürzungen nicht hinnehmen.“ Erst als sie auf das Thema Studienorganisation kommt, wird die Nachwuchspolitikerin wieder zur Studentin. Da hat der Streik nicht viel genützt, findet sie: „Das Studium müsste mehr auf die Bedürfnisse von uns Studenten zugeschnitten sein. Arbeiten und Studieren kann man zum Beispiel kaum vereinbaren.“ tiw

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