Politsatire in Neukölln : Gegen das "Buschkowsky-Patriarchat"

Sie nennen sich die "Buşkowsky-Jugend" und taufen die Neukölln Arkaden in Buşkowsky Basar um: Freunde des Neuköllner Bürgermeisters sind sie nicht. Die linken Aktivisten wollen Heinz Buschkowsky (SPD) mit Satire den Wahlkampf verderben.

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Da dürfte Heinz Buschkowsky das Lachen vergangen sein: Gabriele Vonnekold wurde mit großer Mehrheit für einen Stadtratsposten nominiert. Er hatte die Grünen-Politikerin mehrfach kritisiert - vor allem weil sie den Haushalt überziehe.Alle Bilder anzeigen
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14.12.2010 17:40Da dürfte Heinz Buschkowsky das Lachen vergangen sein: Gabriele Vonnekold wurde mit großer Mehrheit für einen Stadtratsposten...

„Er ist das Frontschwein der Politik. Wir wollen seine Ferkel sein“, erklärt die „Buekowsky-Jugend“ in ihrem „Manifest“. Jetzt haben die selbst ernannten Groupies von Deutschlands bekanntestem Bezirksbürgermeister ihrem „Idol“ ein Denkmal gesetzt. Das Einkaufszentrum „Neukölln-Arkaden“ wurde in „Buekowsky-Basar“ umgetauft, statt mit „sch“ mit türkischem s geschrieben, in ironischer Anlehnung an Buschkowskys Kritik, dass es in Neukölln zu viel türkischsprachige Werbung gebe. Die Basar-Taufe soll dem politischen Fernziel dienen, den Bürgermeister, der ohnehin absolut regiere, zum „Patriarchen von Neukölln“ zu erklären.

Das klingt nach einer neuen Spaßpartei, aber so lustig ist es gar nicht gemeint. Hinter der Buskowsky-Jugend steckt eine Neuköllner Aktivistengruppe aus dem linken Spektrum, die mit subversiver Satire den erfolgreichen SPD-Politiker und Medienstar als Rechtspopulisten entlarven will. Aktivistensprecher Hans-Peter Genllik (Achtung, deutsch-türkisches Pseudonym!) kreidet dem Kommunalpolitiker eine „extreme Ethnisierung sozialer Probleme“ und die „Denunzierung“ des Sozialhilfesystems als „Selbstbedienungsbetrieb“ an. Wobei Buschkowsky nur die Reizfigur sei, an der sich ein antisozialer Politiktrend über die etablierten Parteien hinweg besonders deutlich manifestiere.

Das Hissen der Basar-Fahne in Greenpeace-Manier ist der vorläufige Höhepunkt einer Aktionsreihe der Buskowsky-Jugend, die bis zur Wahl dauern soll. Wie die Fahne aufs Dach der Arkaden geschafft wurde, wollte Genclik nicht verraten. Am Wochenende überreichten die Buschkowsky-Jünger ihrem Patriarchen bereits einen Sack Kartoffeln, in Anerkennung seiner Verdienste um die „deutsche Kartoffel“. Buschkowsky hatte das Schimpfwort „Kartoffel“ auf Neuköllner Schulhöfen angeprangert.

Heinz Buschkowsky will die „Propaganda“ gegen ihn bis zum Wahltermin aussitzen. Das komme nicht überraschend. „Ich bin eine Hassfigur im akzentuiert linken Kreis.“ Derzeit sehe er keinen Anlass, rechtliche Schritte einzuleiten. „Das muss man aushalten.“ Die Basar-Fahne ist übrigens schon nach wenigen Stunden wieder verschwunden und befindet sich in Obhut der Polizei. Das Arkaden-Management erstattete Strafanzeige und vermisst die eigene Fahne, die wohl entwendet wurde. Thomas Loy

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