Berlin : Polizei beschlagnahmte 100 Tonnen illegale Feuerwerkskörper

Christoph Stollowsky

In einer internationalen Aktion hat die Polizei in Berlin und Antwerpen rund 100 Tonnen pyrotechnischen Sprengstoff sichergestellt. Das nicht zugelassene Feuerwerk stammte aus China und landete im belgischen Überseehafen Antwerpen. Eigentliches Ziel war Holland. Um die Transportwege und die Herkunft des Feuerwerks zu verschleiern, sollte der Sprengstoff einen Umweg über Deutschland nehmen. 23 Tonnen davon gelangten tatsächlich bis zu einer Importfirma mit Betriebssitzen in Köpenick, Treptow und Trebbin.

Die Ermittlungen ziehen sich bereits seit gut zwei Wochen hin. Bereits am 8. November hatten Kriminalbeamte zwei Lastwagen observiert, die mit den 23 Tonnen Pyrotechnik beladen waren. Laut Frachtpapieren war die Ladung als Transitware für Tschechien bestimmt. Tatsächlich war vorgesehen, dass die Lastwagen noch nicht einmal in die Nähe der tschechischen Grenze kommen. Auf dem Gelände der Importfirma sollte das Feuerwerk umgeladen und im zollfreien Warenverkehr der Europäischen Union in die Niederlande geschmuggelt werden. Die Lastwagen wurden in Treptow abgestellt. Am 10. November wurde ein Teil der Ware nach Holland gefahren. Bei der Einreise griff der Zoll zu und beschlagnahmte den Laster samt Ladung. Das verbliebene Feuerwerk wurde am 15. November in Richtung Holland gefahren, man ließ es zur Tarnung sogar ins Land - immer von Berliner Kriminalbeamten observiert - und organisierte dann eine normale Verkehrskontrolle. Dabei flog diese Ladung auf. Gestern nun wurde einer der Hauptverdächtigen, ein 35-jähriger Holländer, gegen den bereits ein Haftbefehl der niederländischen Justiz vorlag, festgenommen.

Gleichzeitig mit der erfolgreichen deutsch-niederländischen Aktion griff auch in Antwerpen die belgische Kriminalpolizei zu. In Überseecontainern wurden noch 75 Tonnen verbotenes chinesisches Feuerwerk sichergestellt. Das sollte ebenfalls zur Tarnung über Deutschland nach Holland transportiert werden.

Mit dem bevorstehenden Jahrtausendwechsel rechnen die Behörden ohnehin mit einem starken Anstieg des Schmuggels pyrotechnischer Gegenstände vor allem aus Polen. Das dort hergestellte Feuerwerk besteht meist aus hier nicht zugelassenen Sprengmitteln und stellt eine erhebliche Gefahr für die Gesundheit und auch für das Leben derjenigen dar, die es anwenden, warnte die Polizei gestern.

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