Polizei ermittelt : Missbrauchsverdacht gegen zwei Charité-Pfleger

Der Vater eines achtjährigen Jungen beschuldigt zwei Charité-Pfleger, seinen Sohn missbraucht zu haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Der Verdacht ist allerdings vage.

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Die Charité ist die größte Universitätsklinik Europas.
Die Charité ist die größte Universitätsklinik Europas.Foto: picture-alliance/ dpa

In der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Berliner Charité soll es zu mehrfachem Missbrauch eines Patienten gekommen sein. Der Vater eines Achtjährigen, der auf dem Weddinger Campus der Universitätsklinik stationär behandelt wird, hat demnach zwei Pfleger beschuldigt, den Jungen missbraucht zu haben. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte Ermittlungen der Polizei, zu Details äußere man sich nicht. Die Charité-Leitung verfolgt seit 2012 ein Konzept konsequenten Vorgehens in solchen Verdachtsfällen. Von Mitarbeitern heißt es, Akten und Dienstpläne seien umgehend an die Ermittler übergeben worden. Die zwei Beschuldigten sind derzeit nicht an ihrem Arbeitsplatz tätig. Die Klinik teilte am Mittwoch mit: "Bis zum Vorliegen gesicherter Erkenntnisse durch die Ermittlungsbehörden stehen sowohl die Interessen des betroffenen Kindes als auch die Verantwortung gegenüber den unter Verdacht stehenden Mitarbeitern im Vordergrund unseres Handelns. Zu ihrem eigenen Schutz sind die betroffenen Mitarbeiter vom Dienst freigestellt."

Aus Justizkreisen hieß es allerdings, die bislang vorliegenden Angaben seien "mindestens vage". Schon 2012 hatte es einen Verdacht gegen einen anderen, langjährigen Pfleger gegeben. Der soll, so lautete der Vorwurf, ein Mädchen unzulässig im Intimbereich berührt haben. Dies stellte sich als falsch heraus. Auch das Landesarbeitsgericht verwarf die Kündigung durch die Charité, weil es den dafür nötigen dringenden Tatverdacht nicht gab. Der zu Unrecht beschuldigte Pfleger hätte folglich weiter an der Charité arbeiten dürfen. Vor einem Jahr hat er sich dann mit der Klinik auf eine Aufhebungsregelung geeinigt. Der Fall löste damals umfangreiche Maßnahmen aus: Eine Expertengruppe unter der Leitung von Ex-Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) prüfte die Vorgänge. Die Klinik schaltete eine Hotline, bei der sich Opfer und Mitarbeiter melden sollten.

Am Dienstag feierte die Charité mit 250 geladenen Gästen den Abschluss der Bauarbeiten am 21 Stockwerke hohen Bettenhaus der Uniklinik. Lesen Sie hier mehr.

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