Berlin : Polizei fängt zwei Zentner Kokain ab Fahnder zerschlagen

Ring von Drogenhändlern

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Eins, zwei, drei, vier – zehn Millionen Euro sind diese Päckchen wert. Foto: dapd
Eins, zwei, drei, vier – zehn Millionen Euro sind diese Päckchen wert. Foto: dapdFoto: dapd

Polizei und Zoll haben 100 Kilogramm Kokain sichergestellt, die für den Berliner Markt bestimmt waren. In mehreren Bezirken sowie in Bremerhaven wurden insgesamt sechs Tatverdächtige im Alter zwischen 34 und 51 Jahren festgenommen. Damit sei gemeinsam mit dem Zoll der schwerste Schlag gegen Kokainschmuggler seit 1978 gelungen, sagte Staatsanwalt Michael Stork am Freitag. Das Kokain, der zweitgrößte Fund der Berliner Ermittler überhaupt, hat einenStraßenverkaufswert von bis zu zehn Millionen Euro. Am Donnerstagnachmittag kam das Rauschgift mit einem Schiff aus Panama in Bremerhaven an.

Bereits vor zwei Jahren waren die Behörden auf die Tätergruppe aufmerksam geworden. Fünf der Männer, die aus Charlottenburg, Wilmersdorf, Spandau und Tempelhof stammen, sind nach Ermittlerangaben wegen Rauschgiftdelikten, Körperverletzung, versuchten Totschlags und Betrugs vorbelastet. Als bekannt wurde, dass sie ein größeres Geschäft planen, wurden sie observiert, ihre Telefone abgehört. Die Ermittler bewiesen Geduld.

Das Kokain befand sich in mehreren Reisetaschen und war in einem Schiffscontainer versteckt. Sie enthielten Kaffee, der für einen ahnungslosen Empfänger bestimmt war, sagte Einsatzleiter Andreas Beyer von der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER). Drei der Berliner waren nach Bremen gefahren, hatten den Container geöffnet, die Taschen entnommen und ihn anschließend wieder mit einer Plombe verschlossen.

Das Kokain wurde zunächst in einer Bremerhavener Wohnung zwischengelagert. Als es zwei der Männer dort zum Transport nach Berlin abholen wollten, griff ein Spezialkommando zu. In der Nähe wurde auch der 50-jährige Hauptverdächtige festgenommen. Der Mann betrieb laut Beyer in Charlottenburg einen türkischen Kulturverein, der tatsächlich zum Rauschgift- und Waffenhandel sowie zum illegalen Glücksspiel genutzt wurde. Dort wurden eine scharfe Schusswaffe und rund 170 Patronen gefunden.

In Berlin wurden – neben dem türkischen Kulturvereinsheim – zwei Gaststätten, acht Wohnungen und vier Autos durchsucht. Dabei nahmen die Beamten weitere Tatverdächtige fest. Alle sechs wurden dem Haftrichter vorgeführt. Ihnen drohen wegen bandenmäßigen Kokainhandels Freiheitsstrafen von fünf bis zu 15 Jahren, so Oberstaatsanwalt Michael Stork. Gegen eine siebente Person wird noch ermittelt. Die Berliner hatten ihrem Lieferanten in Panama 5000 Euro pro Kilo – also insgesamt eine halbe Million Euro – gezahlt. Rainer W. During

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