Berlin : Polizei fasst Entführer von Vadim Freinkman

Ermittler fahnden weiterhin nach dem Drahtzieher der spektakulären Geiselnahme

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Im Fall des entführten Russen Vadim Freinkman hat die Polizei zwei Verdächtige festgenommen. Die 25 und 41 Jahre alten Männer sitzen bereits seit dem vergangenen Freitag in Untersuchungshaft. Bei ihnen war auch ein Teil des Lösegeldes gefunden worden. Dies teilte die Staatsanwaltschaft gestern mit.

Wie es hieß, sei die Festnahme der beiden Komplizen nicht bekannt gegeben worden, um die Fahndung nach den flüchtigen weiteren Tätern nicht zu gefährden. Die Ermittler gehen inzwischen von einer bis zu siebenköpfigen Bande aus. „Die Fahndung nach den indentifzierten weiteren Tatverdächtigen läuft“, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Vadim Freinkman war am 18. August vor seiner Wohnung an der Neuköllner Hermannstraße von zwei Unbekannten verschleppt worden. Seine Familie hatte eine hohe sechsstellige Summe Lösegeld gezahlt. Die Geldübergabe fand einen Tag vor der Freilassung in der brandenburgischen Ortschaft Pausin statt. Der 41-jährige Verdächtige soll sich den Angaben zufolge dort aufgehalten haben. Nach seiner Freilassung am 30. August gab Freinkman an, dass er vermutlich in einer Wohnung nahe dem Flughafen Tempelhof festgehalten worden sei. Nach dieser Wohnung war intensiv gesucht worden, auch die Öffentlichkeit wurde um Mithilfe gebeten. Ende September hatte die Polizei sie entdeckt und dort Fingerabdrücke und DNA-Spuren des 25-jährigen Verdächtigen gefunden.

Wie es nach der Entführung hieß, soll die Mutter des Entführten etwa 750 000 Euro gezahlt haben. Nelli Freinkman ist Medizinerin, arbeitet und lebt sowohl in Berlin als auch in Sankt Petersburg und ist Mitglied des „Petersburger Dialogs“, den 2001 Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder und der russische Präsident Wladimir Putin gegründet haben.

Um das Leben Freinkmans nicht zu gefährden, hatte das Landeskriminalamt die Bedingungen der Entführer erfüllt – und nicht auf eine Hinhaltetaktik gesetzt. 200 Beamte waren in der Sonderkommission „St. Petersburg“ mit dem Fall befasst, darunter Spezialeinsatzkommandos aus mehreren Bundesländern. Die Berliner Polizei bezeichnete die Entführung als einen sehr komplexen Fall. Ha

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