Berlin : Polizei geht härter gegen Handy-Sünder am Steuer vor

lvt

Harte Zeiten für Handy-Sünder am Steuer: Seit knapp einem Jahr ist es verboten, während der Autofahrt das Mobiltelefon zu benutzen. Anfangs drückte die Polizei jedoch noch ein Auge zu, seit April 2001 ist die Schonfrist vorbei. Inzwischen kassieren jeden Monat mehrere hundert Berliner eine Anzeige oder ein Verwarngeld wegen unerlaubten Telefonierens, teilt die Polizei mit. Waren die Zahlen in den ersten Monaten des Verbots nur zweistellig, wurden im bislang letzten erfassten Monat Oktober immerhin 243 Autofahrer angezeigt, die ohne Freisprechanlage telefonierten.

Am vergangenen Donnerstag gingen der Polizei bei einer Schwerpunktkontrolle auf der Stadtautobahn gut 170 Fahrer ins Netz. Rund 80 Prozent davon hatten entweder das Handy am Ohr oder fuhren ohne Gurt. 90 von ihnen bekamen eine Anzeige, 83 mussten ein Verwarngeld berappen. Außerdem bekam jeder einen Infozettel zum Thema Handy-Verbot in die Hand gedrückt. Die stetig steigende Zahl der Anzeigen führen Experten unter anderem darauf zurück, dass viele Polizisten erst lernen mussten, bei zufälligen Straßenkontrollen darauf zu achten, welcher Fahrer ein Telefon am Ohr hat. In den ersten sieben Monaten des Handyverbots wurden nach Polizeiangaben in Berlin 1075 Autofahrer wegen dieses Delikts angezeigt - und 55 Fahrradfahrer. Dazu kommt eine unbekannte Zahl weiterer Ertappter: Diejenigen, die gleich am Ort des Geschehens ihr Bußgeld bezahlen, sind in den Statistiken nicht extra aufgeführt.

30 Euro kostet es, auf frischer Tat am Telefon ertappt zu werden. Ein Verwarngeld, das aus Sicht mancher Experten noch zu niedrig ist. So hatten am Donnerstag auf dem Verkehrsgerichtstag in Goslar Juristen gefordert, die Summe auf 50 Euro zu erhöhen. Sie kritisierten, dass das Verbot bislang kaum Wirkung gezeigt habe. Der Deutsche Anwaltsverein und der Autoclub ADAC wiesen die Forderung zurück. Die Berliner Polizei wollte zu dieser Debatte keine Stellung beziehen.

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