Berlin : Polizei gelang es nie, vietnamesische Banden ganz zu zerschlagen

weso

Für die Ermittler gärte es ständig unter der vermeintlich ruhigen Oberfläche. Die vietnamesischen Zigarettenhändlerbanden gelten schon seit Jahren als "entschlossen", und niemanden bei den zuständigen Dienststellen im Landeskriminalamt wundert es, wenn es zu neuen Schießereien kommt - so wie am Montag an der Franz-Mett-Straße in Lichtenberg. Dabei wurde ein 21-jähriger Vietnamese durch Schüsse verletzt, ein zufällig vorbeifahrender 53 Jahre alter Hellersdorfer blieb nur durch glückliche Umstände unverletzt. Sein Wagen wurde von einem Querschläger getroffen. Hinweise auf die geflohenen Täter gibt es bisher nicht.

Obwohl 1996 die Köpfe der führenden vietnamesischen Erpresserbanden festgenommen und verurteilt wurden, konnte die Polizei die Banden nie gänzlich zerschlagen.Schon bald nämlich versuchten Bandenmitglieder der zweiten und dritten Reihe, ihre verhafteten Bosse zu ersetzen. Sie setzten die Terrorherrschaft unter den Zigarettenverkäufern fort: Je nach Standplatz verlangen die Erpresser zwischen 500 und 1500 Mark monatlich. Wer nicht bezahlt, muss mit blutiger Vergeltung rechnen. Immer wieder gibt es auch brutale Revierkämpfe, bei denen versucht wird, die Konkurrenz mit Schüssen aus Pistolen und Revolvern auszuschalten.

Durch ihre Erfolge bei den Auseinandersetzungen zu Beginn der 90er Jahre, als innerhalb kurzer Zeit rund 40 Vietnamesen ermordet wurden, erwarb die Polizei allerdings Vertrauen in den Kreisen der vietnamesischen Opfer und erhält daher heute schneller und häufiger Hinweise.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben