1. FC Union : Wieder 1000 Polizisten für die dritte Liga

Beim 1. FC Union in Köpenick wird am Samstag erneut mit Randale gerechnet. Magdeburg gilt als Erzrivale. Zum zweiten Mal innerhalb von 14 Tagen wird deshalb ein Großaufgebot der Polizei die Veranstaltung sichern.

Jörn Hasselmann

Wieder stehen nur 22 Spieler auf dem Platz – aber über 1000 Polizisten drumherum. Wie bereits beim vergangenen Heimspiel des 1. FC Union gegen Dynamo Dresden wird es auch am heutigen Sonnabend in Köpenick einen Großeinsatz der Polizei geben. Innerhalb von 14 Tagen ist dies das zweite Mal, dass die Berliner Polizei mit erheblichem Kostenaufwand ein Drittligaspiel sichern muss. Wie berichtet, hatte Polizeipräsident Dieter Glietsch bereits vor einem Jahr anlässlich eines Union-Spiels scharf kritisiert, dass derartige Einsätze „dem Steuerzahler nicht länger zuzumuten“ seien. Heute wird die Polizei rund 750 Beamte einsetzen, die Bundespolizei weitere Hundertschaften.

Denn die Feindschaft der „Fans“ zwischen Magdeburg und Union ist ähnlich ausgeprägt wie die zu Dynamo Dresden. Die Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass die Magdeburger Fans auch heute auf Krawall aus sind – so wie bereits am Pfingstsonntag. Da hatten etwa 40 schwarz vermummte Hooligans aus dem Umfeld des FC Magdeburg einen Regionalzug angegriffen, in dem etwa 100 Union-Fans auf der Rückreise vom Auswärtsspiel im nordrhein-westfälischen Verl saßen. Bei dem planmäßigen Stopp des Zuges gegen 21 Uhr im Bahnhof Miesterhorst, nordwestlich von Magdeburg, waren Steine und Leuchtraketen geflogen, Scheiben des Zuges splitterten, zwei Union-Fans wurden verletzt. Die 30 Bundespolizisten im Zug, die die Union-Fans bewachen sollten, hatten Mühe, die Türen von innen zu verriegeln. Bevor die angeforderte Verstärkung ankam, waren die Vermummten unerkannt verschwunden. Die Bundespolizei sprach von einem „gezielten Angriff“ und von einem „ersten Gruß“ der Magdeburger vor dem heutigen Spiel an Union. Das Innenministerium in Magdeburg schloss nicht aus, dass der Anschlag durch den Hooligan-Verein „Blue White Street Elite“ organisiert worden sei. Die rechtsextremistische Hooligangruppe aus dem Jerichower Land war Ende März vom Innenministerium verboten worden. Die Schlägertruppe war bekannt dafür, bei Auswärtsspielen gegnerische Fans anzugreifen – und agiert offensichtlich im Untergrund weiter.

Im Fan-Forum des FC Union kursieren derweil Videosequenzen des letzten Heimspiels gegen Magdeburg im November 2006. Damals hatte es schwerste Ausschreitungen im Stadion Alte Försterei gegeben, Dutzende von Leuchtfeuern, Raketen und Feuerwerksskörpern waren während des Spiels auf den Rängen gezündet worden. Die Polizei hatte 20 Randalierer festgenommen. Jeweils 50 Hooligans beider Vereine seien damals beteiligt gewesen, hieß es bei der Polizei.

Auch heute wird in Köpenick wieder der Ausnahmezustand gelten, Hundertschaften der Bereitschaftspolizei werden die Fangruppen trennen. Erwartet werden über 10 000 Zuschauer: Für Union geht es um den Aufstieg in die 2. Liga, für Magdeburg um die Teilnahme in der neuen 3. Liga. Das Spiel beginnt heute um 14 Uhr im Stadion an der Alten Försterei in Köpenick.

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